Fünf herausragende Talente, Initiativen und Projekte der Augsburger Popkulturszene erhalten 2022 den mit einem Gesamtpreisgeld von 5.000 Euro dotierten PopPreis ROY. Neben dem Tänzer und Akrobat Dergin Tokmak zählen dazu die Begründer der  Musikwerkstatt, das Atelier 75, der Frequenzgartenund das kunstWERK Open Air. Sie alle erhalten jeweils 1.000 Euro Preisgeld.



Nachdem sich im Vorjahr unter dem Motto „Roystart Pop“ Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende aktiv für eine Auszeichnung bewerben konnten, stand der Vergabemodus auch 2022 unter dem Einfluss der nur zögerlichen Rückkehr zur Normalität im Kulturbetrieb.

Erstmals votierte die Jury in diesem Jahr auf Basis von durch „Scouts“ eingereichten Vorschlägen. Eine Gruppe popkulturell besonders interessierter Szenekennerinnen und kenner war im Vorfeld dazu aufgerufen, die Entwicklungen in der Augsburger Kulturszene mit besonderem Augenmerk zu verfolgen. Deren Nominierungsvorschläge wurden für die anschließende Bewertung durch die aus Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Medien, der Festivalszene, der Club und Kulturkommission, des Kulturbeirats sowie  Stadtverwaltung und Politik zusammengesetzte Jury herangezogen.



Flexibilität ist gefragt, auch beim Roy“

Kulturreferent und JuryVorsitzender Jürgen K. Enninger: Auch wenn sich die Popkulturszene auf einem guten Weg befindet, sind die Folgen der Pandemie bis heute spürbar: Konzerte wurden abgesagt, Clubs waren bis ins Frühjahr hinein geschlossen und

TourPlanungen sind nach wie vor von Unwägbarkeiten begleitet. Flexibilität ist gefragt, auch beim Roy: Statt eine Preisvergabe in einer großen Anzahl fest definierter Kategorien durchzuführen, möchten wir gezielt Akteurinnen, Akteure und Initiativen hervorheben, die Augsburg in dieser Umbruchphase mit neuen Impulsen bereichern oder sich durch ihr langjähriges, nachhaltiges Wirken für eine Auszeichnung empfohlen haben.“

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Die Preisträgerinnen und Preisträger 2022

Dergin Tokmak erkrankte früh an Kinderlähmung und fand trotzdem zum Tanz. Unter dem Namen „Stix“ machte er in den 90er Jahren auf Krücken Karriere als BreakDanceTänzer und schaffte es mit großer Hartnäckigkeit und Disziplin 2003 als erster Deutscher im Cirque du Soleil aufgenommen zu werden.

Als Begründer der Musikwerkstatt Augsburg leisteten Walter Bittner, Robert Vogg und Buddy Brudzinski Pionierarbeit bei der Förderung junger Talente. Seit den 80ern haben die

Instrumentallehrer Generationen an Musikerinnen und Musikern in Augsburg geprägt, inspiriert und dabei selbst als hervorragende Musiker, als Vorbild gedient.

Das Atelier 75 in der Gabelsbergerstraße ist eine Kunst- und Begegnungsstätte in einem ehemaligen Leerstand, die Augsburger Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Druck, Fotografie, Collage und Strickkunst als Atelier dient und über eine eigene Ausstellungsfläche spannende Impulse in die Öffentlichkeit trägt.



Der Produzenten- und Musikerverbund Frequenzgarten – vertreten durch Michael Herrmann – bringt mit zahlreichen neuen Musikprojekten frischen Wind in die popkulturelle Szene Augsburgs. Eigene Studioräumlichkeiten ermöglichen es, mit Klang und Musik in jeder Form zu arbeiten, sei es Songwriting und Produktion, Aufnahme, Mix und Mastering oder Sounddesign.

Mit dem kunstWERK Open Air auf dem Gaswerk hat die Mate Group um Christoph Elwert ein dreiwöchiges Sommerfestival etabliert, das gemeinsam mit Kooperationspartnern der Augsburger Kulturszene auch wären der Pandemie ein spartenübergreifendes Programm aus Poetry Slams, Konzerten, DJ-Formaten und Kabarett bietet – kulinarisch begleitet von hochwertigem Streetfood.

Die Preisübergabe an die Gewinnerinnen und Gewinner findet 2023 (genauer Termin wird noch bekannt gegeben), im Rahmen einer von der künftigen Popkulturbeauftragten Maria Trump neu gestalteten Preisverleihung, statt.