Unfallversicherer: Mehr Tote am Bau in Corona-Wochen

Die gesetzliche Unfallversicherung in der Baubranche warnt angesichts einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Todesfällen auf deutschen Baustellen vor wachsender Nachlässigkeit beim Arbeitsschutz. Es sei auffallend, dass in den sechs zurückliegenden Wochen der Corona-Pandemie deutlich mehr Beschäftigte bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen seien als in durchschnittlichen Vergleichszeiträumen der Vorjahre, sagte der Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft Bau, Bernhard Arenz, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Allein von Mitte März bis Ende April dieses Jahres starben laut Arenz 15 Beschäftigte auf Baustellen.

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Häufigste Todesursache waren Abstürze. Die Quote der tödlichen Unfälle lag damit etwa 50 Prozent über den entsprechenden Durchschnittswerten aus den Vorjahren. Von 2015 bis 2019 kamen auf einen Zeitraum von sechs Wochen gerechnet im Mittel je neun Personen ums Leben.

Arenz stellte die jüngsten Todesfälle in einen Zusammenhang zu Corona. Wegen der Pandemie werden auf dem Bau viel Aufmerksamkeit gebunden. Es könne aber nicht sein, „dass Regelungen umgangen werden oder vor dem Hintergrund der Corona-Epidemie aus dem Blick geraten“, kritisierte Arenz, „Arbeitsschutz muss wieder in den Fokus rücken“. Die BG Bau betreut nach eigenen Angaben rund 2,8 Millionen Versicherte in rund 500.000 Betrieben.