Uni Augsburg | Millionenförderung für Informationstechnologien in der Medizin

Digitale Patientendaten zusammenzuführen und auszuwerten, um Krankheiten besser zu verstehen und schneller individuell richtige Entscheidungen zu treffen – das ist das Ziel des Projekts DIFUTURE (Data Integration for Future Medicine). Unter Führung der Technischen Universität München und unter Beteiligung der Universitäten Augsburg und Tübingen und der LMU München kann das Großprojekt mit einer Millionenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Medizininformatik-Initiative an den Start gehen.

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Prof. Klaus A. Kuhn, Professor für Medizinische Informatik an der TUM, ist Konsortialleiter des Konsortiums DIFUTURE. | Foto: A. Eckert / TUM

„Wir sehen es mit Blick auf den Aufbau unserer Augsburger Universitätsmedizin und auf den Schwerpunkt Medizininformatik, der das Profil unserer Universitätsmedizin und auch unserer anwendungsorientierten Informatik signifikant mit prägen wird, als einen entscheidenden Erfolg, dass wir als Partner an der bis zu 120 Millionen Euro schweren Medizininformatik-Initiative des BMBF teilhaben“, kommentiert Prof. Dr. Bernhard Bauer die gute Nachricht aus Berlin. Als Dekan der Augsburger Fakultät für Angewandte Informatik war er in Kooperation mit Experten des Klinikums Augsburg DIFUTURE-Mitantragsteller. „Konkret bedeutet dies nämlich, dass wir in den kommenden Jahren zum einen auf ein im Bereich der Medizininformatik hochqualifiziertes Netzwerk werden zurückgreifen können. Zugleich werden wir aber auch über wertvolle Mittel verfügen, mit denen wir im engen Schulterschluss mit unserer neuen Medizinischen Fakultät eine zukunftsfähige Medizininformatik auf höchstem Niveau an der Universität Augsburg gestalten und betreiben können.“

DIFUTURE bestätigt das zukunftsweisende Konzept der Augsburger Universitätsmedizin

Nicht minder erfreut zeigt sich auch Prof. Dr. Martina Kadmon, die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg: „Neben der Umweltmedizin ist die Medizininformatik eine weitere tragende Säule des Konzepts, mit dem die Universität Augsburg bei der Beantragung einer Universitätsmedizin den Wissenschaftsrat überzeugt hat. Der Umstand, dass das BMBF das Projekt DIFUTURE fördert, bestätigt, dass wir mit unserem Schwerpunkt Medical Information Sciences ein international hochaktuelles Thema besetzen. Nicht minder wichtig ist freilich, dass uns die Partizipation an der groß angelegten Medizininformatik-Initiative der Bundesregierung dabei helfen wird, den Medizinstandort Augsburg mit diesem Thema in Forschung und Lehre national und international zu profilieren.“

Das DIFUTURE-Konsortium wird mit weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie verschiedenste Arten von Daten aus der Krankenversorgung und der Forschung harmonisieren, integrieren und analysieren. Ziel ist es, Daten aus dem klinischen Alltag für die Forschung nutzbar zu machen und Krankheitsursachen und Verläufe besser zu verstehen. Das Zusammenführen von Datensätzen aus der Forschung zum Beispiel aus Datenbanken für Gene oder Gewebe und aus der klinischen Patientenversorgung kann schneller Zusammenhänge aufdecken, etwa zwischen einzelnen Genen, Lebensstilen und Erkrankungen oder Komplikationen. Solche großen Datensätze („Big Data“) bieten Chancen für die frühere Erkennung von seltenen Komplikationen, Risiken und Nebenwirkungen, etwa bei Arzneimitteltherapien, für Diagnostik, Therapieentscheidungen und Vorsorge. Mit diesem Wissen sollen Erkrankungen künftig wirkungsvoll verhindert, schneller diagnostiziert sowie zielgerichteter und nebenwirkungsarm therapiert werden.