Uni Augsburg | Prof. Dr. Koch komplettiert Vorklinik an der Medizinischen Fakultät

Der Anatom Prof. Dr. Marco Koch ist ab dem 1. Mai 2019 erster Inhaber des neuen Lehrstuhls für Anatomie und Zellbiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

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Neurobiologie umweltbedingter Stoffwechselerkrankungen: Mit diesem Spezialgebiet fügt Prof. Dr. Marco Koch sich hervorragend zum Augsburger Profilschwerpunkt Environmental Health Sciences | Foto: Katharina Rowedder

Das Fach Anatomie befasst sich mit dem Aufbau des menschlichen Körpers und seiner Organe, die Untersuchungsformen reichen bis hin zur molekularen Ebene biologischer Strukturen. Eine wichtige Aufgabe der Anatomie in der Arztausbildung ist die Präparation und Darstellung sämtlicher Körperregionen und Organe des Menschen. Koch ist ein Spezialist für Neuroanatomie. Mit seiner Berufung ist das Institut für Theoretische Medizin vollständig besetzt und der Start des Studiengangs Humanmedizin an der Universität Augsburg im kommenden Herbst gesichert.

Wechsel von der Universität Leipzig an die Universität Augsburg

Der Anatom Prof. Dr. phil. nat. Marco Koch, Jahrgang 1975, hat an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Biologie studiert und dort im Jahr 2003 ebenfalls in Biologie promoviert. Es folgten die Anerkennung als Fachanatom durch die Anatomische Gesellschaft 2010 sowie die Habilitation im Fachgebiet Anatomie an der Universität Leipzig 2013. Von 2011 bis 2014 war er als Gastwissenschaftler für längere Aufenthalte an der Yale Medical School in den USA. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anatomie der Universität Leipzig. Im Jahr 2018 wurde Koch von der Universität Leipzig zum Außerplanmäßigen Professor ernannt. Am 1. Mai 2019 übernimmt er den Lehrstuhl für Anatomie und Zellbiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

„Zu viele Kalorien schädigen das Gehirn“

Mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologie umweltbedingter Stoffwechselerkrankungen“ erforscht Kochs Arbeitsgruppe die Grundlagen metabolischer Erkrankungen. „Wir beschäftigen uns insbesondere mit der Frage, wie das Gehirn unser Essverhalten steuert und warum zu viele Kalorien auf Dauer unser Gehirn schädigen“, erklärt Koch. Krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und chronisch erhöhte Blutzuckerwerte rufen entzündliche Prozesse im Gehirn hervor und lassen Nervenzellen wahrscheinlich frühzeitig absterben.

Einflüsse aus der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen

Der Spezialist für Neuroanatomie sieht im Forschungsprofil der Augsburger Universitätsmedizin hervorragende Anknüpfungspunkte, vor allem im Schwerpunkt Umwelt: „Hier wollen wir beispielsweise die Wirkung künstlicher Zusatz- und Schadstoffe in Lebensmitteln auf das Nervensystem untersuchen“, so Koch. „Wir sehen die Berufung von Professor Koch als eine wichtige Stärkung unserer Environmental Health Sciences an, die sich mit positiven wie negativen Einflüssen der Umwelt auf die Gesundheit befassen. Ich bin mir sicher, dass Herr Koch unseren Anspruch, auf diesem Forschungsgebiet nationale und internationale Strahlkraft zu entfalten, untermauern wird“, so die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel.

Vorklinische Fächer vollständig besetzt – Start des Medizinstudiengangs gesichert

„Mit Professor Koch haben wir einen hervorragenden Kollegen gewonnen, der den Aufbau unseres Instituts für Theoretische Medizin tatkräftig mitgestalten und begleiten wird. Wir freuen uns, dass mit ihm die vorklinischen Lehrstühle jetzt komplett besetzt und damit der Start des Medizinstudiums an unserer Fakultät im kommenden Herbst gesichert ist“, erklärt die Medizin-Gründungsdekanin Prof. Dr. Martina Kadmon. Die Abdeckung der vorklinischen Fächer ist in den ersten beiden Jahren des Augsburger Medizinstudiums unverzichtbar. Gemeinsam mit den bereits besetzten Lehrstühlen für Biochemie und Molekularbiologie (Prof. Dr. Regina Fluhrer) und für Physiologie (Prof. Dr. Rudolf Schubert) bildet die Anatomie den Kristallisationskern für systemische Grundlagenforschung am Institut für Theoretische Medizin. Zu den vorklinischen Fächern zählt auch die Medizinische Psychologie und Soziologie. Der entsprechende Lehrstuhl ist bereits seit dem 1. Januar mit Prof. Dr. Miriam Kunz besetzt.

Pläne für das Augsburger Medizinstudium

„Um den Studierenden zu zeigen, wie wichtig die Anatomie für ihre spätere Tätigkeit als Ärzte ist, möchte ich von Beginn an klinische Aspekte in meinen Unterricht einbinden. Die Studierenden sollen eigenhändig körperliche Strukturen präparieren sowie mikroskopieren und bildgebende Verfahren verwenden“, erläutert Koch das Lehrkonzept, das er mit nach Augsburg bringt. Großen Wert lege er auch auf die Vernetzung mit den anderen vorklinischen Disziplinen, der Physiologie und der Biochemie. Er denke an gemeinsame Vorlesungen und Seminare zu fächerübergreifenden Schwerpunkten, zum Beispiel zum zentralen Nervensystem: „Hier“, so Koch, „würde ich dann gerne auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Neurologie und Neurochirurgie einbinden, damit die Studierenden nicht nur die Zusammenhänge funktioneller Systeme besser verstehen, sondern auch erkennen, dass interdisziplinäres Arbeiten die Grundlage jeglichen medizinischen Handelns bildet.“