Uni Augsburg | Schmerzexpertin aus Groningen übernimmt Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie

Die Psychologin Prof. Dr. Miriam Kunz wird ab dem 1. Januar 2019 den Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg besetzen. Die Expertin auf dem Gebiet der Schmerzforschung an der Schnittstelle von Psychologie und Medizin wechselt von Groningen nach Augsburg, um beim Aufbau medizinischer Forschung und Lehre an der Universität Augsburg mitzuwirken.

MiriamKunz Uni Augsburg | Schmerzexpertin aus Groningen übernimmt Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie Augsburg Stadt Campus Freizeit Gesundheit News Medizinische Psychologie und Soziologie Prof. Dr. Miriam Kunz Uni Augsburg Uniklinik Augsburg Universität Augsburg | Presse Augsburg
Prof. Dr. Miriam Kunz folgt zum 1. Januar 2019 einem Ruf auf den erstmals zu besetzenden Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Foto: privat

Wechsel von der Universität Groningen (Niederlande) an die Universität Augsburg

Die Psychologin Prof. Dr. Miriam Kunz, Jahrgang 1977, hat an der Freien Universität Berlin Psychologie studiert und 2006 an der Universität Bamberg im gleichen Fach promoviert. Nach einem zweijährigen Post-doc-Aufenthalt in Montreal (Kanada) war Kunz als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bamberg beschäftigt, wo sie 2011 den Preis für gute Lehre der Fakultät für Humanwissenschaften erhielt. Im Jahr 2012 erfolgte die Habilitation ebenfalls in Bamberg. Im Anschluss übernahm Kunz für ein Jahr eine Vertretungsprofessur für Biologische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einem weiteren Forschungsprojekt an der Universität Bamberg wurde sie im Jahr 2015 als Tenure Track Professorin an das Medical Center der Universität Groningen berufen. Zum 1. Januar 2019 wechselt Kunz auf den Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Forschung an der Schnittstelle von Psychologie und Medizin

Kunz befasst sich schon seit vielen Jahren mit den Themen Schmerz und nonverbale Kommunikation. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Krankheiten wie Demenz, Parkinson und Depression. Die Psychologin erforscht zum Beispiel, welchen Einfluss das Altern und altersbedingte Erkrankungen auf die Verarbeitung und Äußerung von Schmerzen haben. Neben diesen grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen, denen sie in experimentellen Laborstudien nachgeht, möchte Kunz auch die Erfassung und Behandlung von Schmerzen bei Demenzpatienten im klinischen Alltag verbessern. Gemeinsam mit Informatikern und Ingenieuren arbeitet sie an technologischen Hilfsmitteln für die Altersmedizin. Eine automatische Mimikerkennung soll dabei helfen, Schmerzen von Demenzkranken besser zu erkennen.

„Frau Kunz arbeitet im Grenzbereich von Medizin und Psychologie. Mit ihrer interdisziplinären Forschung fügt sie sich hervorragend in unser Konzept der Netzwerkuniversität ein“, ist die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, überzeugt. „Interessant sind für uns auch die internationalen Kontakte von Frau Kollegin Kunz, die sie durch ihren Aufenthalt in Kanada und ihre Tätigkeit in einer EU-geförderten Forschungsinitiative mitbringt“, erläutert die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon. „Außerdem ist der Studiengang in Groningen ähnlich wie ein Modellstudiengang aufgebaut, sodass wir uns Impulse für das Augsburger Lehrangebot erhoffen“, so Kadmon weiter.

Kognitiver Abbau und Schmerz – Ein Teufelskreis im Alter

„In den kommenden Jahren soll mein Forschungsschwerpunkt vor allem auf dem Teufelskreis von kognitivem Abbau und Schmerz im Alter liegen“, hat sich die Psychologin vorgenommen. Sie hat herausgefunden, dass sich chronische Schmerzen negativ auf neuropsychologische Leistungen auswirken, also etwa auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache oder auf die Fähigkeit zum Problemlösen. Gleichzeitig ist ein kognitiver Abbau bei älteren Personen ein Risikofaktor für die Entwicklung von chronischen Schmerzen. Diesen Zusammenhang und die zugrundeliegenden bio-psycho-sozialen Prozesse möchte Kunz genauer erforschen. „Ich sehe gute Anknüpfungspunkte an die Forschungsbereiche im Zentrum für interdisziplinäre Gesundheitsforschung der Universität Augsburg. Ich denke dabei an die Bereiche ‚Sterben und Lebensende‘ sowie ‚Mensch-Maschine‘, wo wir bereits an einem gemeinsamen Forschungsantrag arbeiten“, erläutert Kunz