Uniklinik Augsburg auf der Zielgerade – Wissenschaftsrat spricht sich für Gründung einer Medizinischen Fakultät aus

Der Wissenschaftsrat gibt eine positive Empfehlung zur Augsburger Universitätsmedizin ab. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel sieht darin eine Bestätigung für das innovative Lehr- und Forschungskonzept der Universität Augsburg. Für die Universität bedeutet dies einen enormen Ausbau mit einer weiteren Fakultät, einem zusätzlichen Medizincampus sowie einen Zuwachs von etwa fünfzig Prozent an Professuren.

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Das künftige Universitätsklinikum Augsburg | Foto: Wolfgang Czech

Für Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, zeigt das Votum, dass die Augsburger Universitätsmedizin auf dem richtigen Weg ist. „Ich freue mich sehr, dass der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen das innovative Lehr- und Forschungskonzept der Universität Augsburg für die Medizinische Fakultät positiv würdigt. Für die Universität bedeutet dies eine enorme Ausbau mit einer weiteren Fakultät, einem zusätzlichen Medizincampus sowie einen Zuwachs von etwa fünfzig Prozent an Professuren.“

Forschungsschwerpunkte mit Zukunftspotential

Die Universität Augsburg hat gemeinsam mit dem Klinikum Augsburg, dem Bayerischen Wissenschaftsministerium und einem internationalen Expertengremium ein Forschungskonzept entwickelt, das sich an aktuellen Entwicklungen in der Medizin orientiert. Die innovativen Forschungsschwerpunkte sind „Medical Information Sciences“ und „Environmental Health Sciences“. Sie werden ergänzt durch klassische klinische Bereiche wie die Vaskuläre Medizin oder die Tumormedizin sowie die Translationsforschung.

Im Forschungsfeld „Environmental Health Sciences“ analysieren medizinische und umweltwissenschaftliche Disziplinen gemeinsam den Zusammenhang zwischen spezifischen Krankheiten und Umweltfaktoren. Ziel ist es, positive wie negative Einflüsse aus der Umwelt auf die Gesundheit – dies können auch soziale sein – zu identifizieren und Präventionsansätze zu entwickeln. Ebenso wird an der Weiterentwicklung von Diagnose und Therapie geforscht. Themen sind u. a. Luftschadstoffe, Umweltmikrobiologie oder der Klimawandel sowie gesellschaftliche Einflüsse auf Entstehung, Verlauf und Behandlung von Krankheiten. Nicht nur Hauterkrankungen oder Erkrankungen der Atemwege stehen im Zentrum des Interesses. Vielmehr fördern Umweltfaktoren auch die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz.

„Medical Information Sciences“ ist ein zukunftsorientierter Forschungsschwerpunkt, da Daten als wichtigster Rohstoff des 21. Jahrhundert gehandelt werden. Davon soll insbesondere der Gesundheitssektor in der klinischen Forschung und in der Bio­technologie im Interesse der Entwicklung individualisierter und fallspezifischer Therapien profitieren können. Themen sind unter anderem die Entwicklung von Methoden und Technologien und der Aufbau von neuen, internetbasierten Infrastrukturen für ein Lernendes Gesundheitssystem. Mögliche Anwendungsfelder sind: Effizientere Nutzung von Ressourcen durch IT-Systeme, Forschung zu Telemedizin und mobile Health (Apps & Wearables), Systeme zur besseren Nutzung großer medizinischer Datenmengen, computerbasierte Modellierungen und Simulationen von Krankheits­verläufen auch unter dem Aspekt von Umwelteinflüssen und therapeutischer Interventionen. 

Beide Forschungsschwerpunkte bauen auf bestehenden Kompetenzen der Universität Augsburg auf: Interdisziplinäre Gesundheitsforschung, Umweltforschung und Informatik. „Medical Information Sciences“ sowie „Environmental Health Sciences“ werden in Augsburg deutschlandweit erstmals realisiert werden können.