Kurz vor der Hauptversammlung stärkt die Fondsgesellschaft Union Investment der Führungsriege der Deutschen Bank den Rücken. „Wir werden Vorstand und Aufsichtsrat entlasten“, sagte Fondsmanagerin Alexandra Annecke dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). „Das ist angesichts der gewaltigen Probleme und Altlasten, mit denen die Bank immer noch zu kämpfen hat, keine Selbstverständlichkeit“, stellte Annecke klar.

Deutsche Bank, über dts Nachrichtenagentur

Auch Anlegeranwalt Klaus Nieding, der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, sagte dem „Handelsblatt“, er werde beide Gremien entlasten. Für die Deutsche Bank sind die Ankündigungen von Union Investment und dem Anlegeranwalt Nieding, der auf der Hauptversammlung nach eigenen Angaben sowohl Kleinaktionäre als auch institutionelle Investoren wie Bayern Invest, Oddo BHF oder Hansa Invest vertritt, ein Lichtblick. Kurz vor der Hauptversammlung wächst die Kritik, insbesondere an Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Wichtige große Aktionäre wie der Finanzinvestor Cerberus, der drei Prozent der Anteile hält, haben sich Finanzkreisen zufolge noch nicht entschieden, wie sie abstimmen wollen. Annecke begründete ihr Votum damit, dass man Vorstandschef Christian Sewing und Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Chance geben wolle, den Restrukturierungskurs konsequent fortzusetzen. „Erste Erfolge gibt es bereits, aber das ist noch lange nicht genug“, so die Fondsmanagerin. „Eine Anpassung der Investmentbankstrategie ist überfällig“, sagte sie.

Was die Sparte aktuell an Erträgen erwirtschafte, sei aus Investorensicht „völlig unzureichend“. Auch mit der Vergütungspolitik des Instituts steht sie auf Kriegsfuß: „Die Vorstandsvergütung und die Boni stehen in keinem Verhältnis zur operativen Entwicklung und zum Aktienkurs.“