Universität Augsburg und der Bezirk Schwaben brachten gemeinsame Juniorprofessur auf den Weg

Die Historikerin Dr. Maren Röger lehrt seit April 2015 als Juniorprofessorin für „Transnationale Wechselbeziehungen. Deutschland und das östliche Europa“ an der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg. Ermöglicht wurde diese Juniorprofessur durch eine Kooperationsvereinbarung der Universität und des Bezirks Schwaben mit einer gemeinsamen Finanzierung für zunächst sechs Jahre. Die Stelle ist am Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte angesiedelt.

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Seit Beginn des Sommersemesters verstärkt Prof. Dr. Maren Röger des Augsburger Geschichtswissenschaft als Inhaberin einer neuen Juniorprofessur für „Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und das östliche Europa“. |Foto: privat

Deutschland war und ist mit seinen östlichen Nachbarn eng verbunden – durch die Migration von Menschen, Waren und Ideen, aber auch durch Krieg, Gewalt und Fremdherrschaft. Diese starken und wechselseitigen Prägungen zwischen den Geschichtsregionen untersucht die frisch berufene Juniorprofessorin Maren Röger nach ihrem Wechsel vom Deutschen Historischen Institut Warschau an die Universität Augsburg. Sie vertritt damit in Forschung und Lehre eine neue Region in der Fächergruppe Geschichte.

„Mit solchen Projekten wird das Bukowina-Institut zu einer wichtigen Plattform für ostmitteleuropäische Geschichte ausgebaut und die Anbindung an die Universität intensiviert“, betont die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. „Der Bezirk Schwaben ist überzeugt, dass die Juniorprofessur wichtige Impulse setzen wird“, freut sich Jürgen Reichert, Bezirkstagspräsident von Schwaben.

Maren Röger forscht zur transnationalen Geschichte Deutschlands und Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Im Fokus stehen Alltags- und Mediengeschichte, die Geschichte und die sogenannte Nachgeschichte (die der „zweiten Geschichte“) des Nationalsozialismus sowie Flucht und Vertreibung. Momentan arbeitet sie über bi-nationale Ehen in Deutschland von 1870 bis heute mit dem Schwerpunkt auf der Verflechtungsgeschichte mit Osteuropa.

Ihr jüngstes Buch „Kriegsbeziehungen: Intimität, Gewalt und Prostitution im besetzten Polen, 1939-1945“ erschien im März 2015 im S. Fischer-Verlag. Dafür erhielt sie im Oktober 2014 den renommierten „Fraenkel-Prize in Contemporary History“ der Wiener Library in London.

Maren Röger freut sich sehr über das große Interesse der Studierenden, die Ostmitteleuropa und Osteuropa nicht aus dem Schulunterricht kennen: „Die verwickelte Geschichte dieser Region ist für die meisten ein weißer Fleck“, schätzt Maren Röger. In den nächsten Jahren möchte die Juniorprofessorin gerne etliche studentische Projekte verwirklichen. Eine herausgehobene Rolle spielt dabei das Bukowina-Institut, ein An-Institut der Universität Augsburg, dem die Professur neue Impulse geben wird. Maren Röger bringt verschiedene Forschungsprojekte mit, etwa zur Erinnerungskultur an die Zwangsmigration und zu den Besatzungskindern im 20. Jahrhundert.