US-Wahl: Luxemburgs Außenminister drückt Joe Biden die Daumen

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hofft auf einen Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden. „Noch einmal vier Jahre Donald Trump kann sich die Welt nicht leisten“, sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). „Deswegen hoffe ich, dass Joe Biden gewählt wird.“

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Die Wähler in den USA trügen eine enorme Verantwortung, sagte Asselborn. „Es geht nicht nur um ihr eigenes Land, es geht um die gesamte Weltgemeinschaft und die universalen Werte der Demokratie.“ Er erwartet deutliche atmosphärische Verbesserungen des Verhältnisses zwischen der EU und den USA, sollte der Kandidat der US-Demokraten die Wahl gewinnen: „Wenn aus Washington nicht mehr ständig `America first, America first` über den Atlantik tönt, sondern wir wieder zu einem verträglichen Miteinander kommen, dann wäre schon viel erreicht.“ Eine Rückkehr zu einem innigen transatlantischen Verhältnis wie vor der Wahl Trumps zum Präsidenten erwartet Asselborn jedoch nicht. Joe Biden wäre zum einen der Präsident eines Landes, das tief gespalten sei. Zum anderen würde der US-Demokrat „selbstverständlich auch die Interessen der USA vertreten“, sagte der luxemburgische Sozialdemokrat. „Wir werden also weiter Meinungsverschiedenheiten haben.“ Dazu zählt Asselborn unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit China und Russland. „Auch der Handelsstreit zwischen den USA und Europa wäre nicht sofort beigelegt“, sagte der Außenminister des Großherzogtums Luxemburg. „Denken Sie nur an die in der EU geplante Digitalsteuer.“ Biden werde es nicht unwidersprochen hinnehmen, dass die US-Tech-Giganten Steuern bezahlen sollen. Ein Wahlsieg Bidens würde sich nach Ansicht Asselborns dennoch unter dem Strich positiv auf die EU auswirken. „Ich bin überzeugt davon, dass die goldenen Zeiten des sogenannten Illiberalismus in der EU vorbei wären“, sagte er. Die USA wären dann keine Referenz mehr für Politiker wie Viktor Orbán, Marine Le Pen und Matteo Salvini. „Sie könnten sich nicht mehr hinter Trump verstecken“, sagte Asselborn.