Nach der Heimniederlage gegen den HSC Bad Neustadt am 2. Februar legten die Friedberger Handballer Protest ein beim Bayerischen Handballverband. Dieser entschied nun in dieser Woche, dass der Friedberger Einspruch unbegründet ist.

Der Grund für diese Protest der Herzogstädter war, dass ihrer Meinung nach den Gästen in der ersten Hälfte ein Tor geschenkt worden war. Nach dem 10:7 unterbrachen nämlich die Schiedsrichter die Partie, um den Spielstand zu korrigieren. Das Kampfgericht hatte dem TSV fälschlicherweise einen Treffer zu viel gegeben, das wurde korrigiert. Aber die Schiedsrichter entschieden gleichzeitig, Bad Neustadt ein Tor zuzusprechen, und stellten die Anzeigentafel auf ein 9:8. Da der TSV das gesamte Spiel auf Video hatte und der Meinung war, dass diese zweite Entscheidung falsch war, kam es zu dem Protest von Seiten der Handballer.

In der Begründung gab der BHV nach Auswertung des Videomaterials und mehrfacher Nachfrage sowohl bei den beiden Schiedsrichtern und dem Kampfgericht den Sachverhalt zu. Aufgrund einer fehlerhaften Kommunikation und der falschen Erinnerung der Schiedsrichter hatte Bad Neustadt tatsächlich in der ersten Hälfte einen Treffer zu viel zugesprochen bekommen. Der vermeintliche Treffer zum 9:8, scheinbar ein verwandelter Siebenmeter der Gäste, war nie gefallen. Auf Nachfrage des BHV gab dies auch der Spieler, der angeblich für die Gäste diesen Strafwurf verwandelt hatte, an.

Dennoch lehnte der BHV diesen Einspruch ab. Die Begründung von Gerhard Nitschke, dem Vorsitzenden des Bezirksportgerichtes Mittelfranken, lautete wie folgt: „Die Regelverstöße der Schiedsrichter und des Kampfgerichtes waren nicht spielentscheidend. Für das BSG steht fest, dass es das Tor zum 9:8 nie gegeben hat. Aber es liegt dabei kein spielentscheidender Regelverstoß vor: Selbst unter Abzug des ‚geschenkten‘ Tores hätte der HSC bei korrekter Torzählung das Spiel noch mit zwei Toren Unterschied, also mit 22:24 Toren, gewonnen.“

Der TSV Friedberg akzeptiert diese Entscheidung, findet es aber auch wichtig, dass der Verband die Unstimmigkeiten in der ersten Hälfte eingeräumt hat.

Domenico Giannino (gia)