Ermittlungen gegen die privat geführte Hermann-Schmid-Akademie in Augsburg-Kriegshaber. Der Geschäftsführer und die Prokuristin stehen im Verdacht durch falsche Angaben unberechtigte staatliche Mittel erhalten zu haben.

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Dunkle Wolken über der HSA Akademie

Die Aufregung war groß, als am Donnerstag Einsatzkräfte der Polizei und der Staatsanwaltschaft zur Hermann-Schmid-Akademie in Augsburg-Kriegshaber ausgerückt waren. Die Beamten durchsuchten neben diversen Büroräumen in der Akademie auch Privathäuser des Geschäftsführers, sowie der Prokuristin (Tochter des Geschäftsführers). Es steht der Verdacht des Subventionsbetrugs im Raum. Durch die Abgabe falscher Angaben soll versucht worden sein, höhere Zuschüsse des Staats für die Akademie und ihre insgesamt fünf Schulen zu erlangen. Ob dies schlussendlich gelungen ist, und um welche Schadenssumme es gehen könnte, wollte die Staatsanwaltschaft nicht benennen.

Vorwurf: Unregelmäßigkeiten in der Schulstatistik

Wie der HSA-Betriebsratschef Hermann Kick gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestätigte, habe er aber Unregelmäßigkeiten in der Schulstatistik gefunden. Als Beispiel nannte er die Zusammenlegung von Klassen. Es wären trotzdem weiter Mittel für beide zusammengelegte Gruppen angenommen worden. Zudem hätte es Differenzen zwischen der gemeldeten und der tatsächlich geleisteten Lehrerstunden gegeben. So wurden wohl Lehrerstunden abgerechnet, die nicht erbracht wurden.

Prokuristin bezieht Stellung zu den Vorwürfen

Prokuristin Nicole Schmid nahm auf der Homepage der Akademie zu den Vorwürfen Stellung:“Sehr geehrte Studierende, sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, in der Presse sind diverse Aussagen unseres Betriebsratsvorsitzenden Kick und der Stellvertreterin Klein veröffentlich worden, die aus unserer Sicht nicht richtig sind. Auf deren Anzeige hin war auch die Staatsanwaltschaft am Donnerstag Morgen in unserer Schule.Es geht um den Vorwurf, dass zu hohe Zuschüsse beantragt worden sein sollen. Wir arbeiten eng mit der Staatsanwaltschaft Augsburg zusammen, damit die Vorwürfe vollständig aufgeklärt werden können. Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens können wir an dieser Stelle jedoch derzeit nicht weitergehend zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Der Schulbetrieb ist und wird hiervon nicht betroffen sein. Sämtlicher Unterricht findet weiterhin unbeeinträchtigt statt.“

Auch mögliche Veruntreuung von Spenden steht im Raum

Auch eine mögliche Veruntreuung von Spendengeldern steht im Raum. Auf die Verwendung dieser durch die Eltern zu Verfügung gestellten Mittel gibt es, trotz diverser Anfragen, keine konkreten Antworten. Dies führte schlussendlich zu einer Anzeige durch die Elternschaft.

Güller: „Schulaufsichtsbehörde hat gepennt“

„Im Fall der HSA hat die Schulaufsichtsbehörde gepennt. Das muss man leider so drastisch sagen“, erklärt der SPD-Abgeordnete Harald Güller zum aktuellen Fall. „Es ist völlig inakzeptabel, dass die Privatschulen in Bayern nach ihrer Genehmigung nicht mehr oder kaum noch überprüft werden. Es geht hier um Millionen an Steuergeldern. Da muss die Behörde doch von Zeit zu Zeit nachforschen, ob die Voraussetzungen für den Erhalt der Zuschüsse noch im gleichen Maße gegeben sind!“ Dass die Schulaufsichtsbehörde bei den Privatschulen nach einem positiven Genehmigungsverfahren nicht mehr nachprüft, hatte die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage Güllers ergeben. Der SPD-Abgeordnete hat zudem einen Brief an das Kultusministerium geschrieben.

Betriebserlaubnis in Gefahr

Seit 25 Jahren gibt es die HSA nun insgesamt. Neben einer Realschule, gehören Technikerschulen, eine Wirtschaftsschule und Berufsfachschulen zur Akademie. Sollte sich der Vorwurf des Subventionsbetrugs bestätigen, ist die Betriebserlaubnis in Gefahr. Was dann aus Schülern und Kollegium werden würde ist offen. Aktuell läuft der Schulbetrieb normal weiter.