In der Diskussion, wie der Staat dem kriselnden Gasimporteur Uniper retten soll, gehen die Vorstellungen von Arbeitnehmervertretern und Mehrheitseigner Fortum weit auseinander. Das berichtet der „Spiegel“.

Die Gewerkschaft Verdi spricht sich demnach gegen den Vorschlag des finnischen Mehrheitsaktionärs aus, wonach der Bund nur in besonders systemkritische Geschäfte von Uniper in Deutschland einsteigen soll. „Wir wollen vermeiden, dass der Mutterkonzern Fortum ausschließlich Risiken auslagert und an den Bund abgibt“, sagte Christoph Schmitz, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, dem Nachrichtenmagazin. „In dem Fall würden wir in einen offenen Konflikt hineinlaufen.“ Stattdessen schlägt die Arbeitnehmerseite im Uniper-Aufsichtsrat vor, dass sich der Staat am gesamten Konzern beteiligen sollte, „zumindest auf Zeit“, so Schmitz.

„Dann hätte der Bund auch Gestaltungsmöglichkeiten für den Ausbau der erneuerbaren Energien und des Wasserstoffgeschäfts.“ Auch der Vorstand von Uniper hatte sich am Freitag für eine Staatsbeteiligung am ganzen Unternehmen ausgesprochen. Schmitz befürchtet, dass das Unternehmen im Falle einer Zerschlagung wertvolle Zeit verlieren könnte: „Eine Staatsbeteiligung an Uniper lässt sich nicht nur schneller realisieren, als wenn man das Unternehmen zunächst zerteilen würde“, sagte der Arbeitnehmervertreter. „Sie ist auch Voraussetzung für eine Zukunftsperspektive der Arbeitsplätze bei Uniper.“

Foto: Verdi, über dts Nachrichtenagentur

Verdi Droht Mit Offenem Konflikt Bei Zerschlagung Von Uniper