Verdi hat die Beschäftigten des Versandhändlers Amazon in Graben zu einem mehrtägigen Arbeitskampf aufgerufen.

Amazon Paket
Symbol-Bild von josemiguels auf Pixabay

Im Konflikt um Tarifverträge beim größten, in Deutschland angesiedelten Versandhändler Amazon, rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten zum Ende des Weihnachtsgeschäfts, bei Amazon in Graben, mit Beginn der gestrigen Nachtschicht zum mehrtägigen Arbeitskampf auf.

„Wir betteln nicht! Wir kämpfen!

„Die Beschäftigten am Amazon Standort in Graben, sind empört und verärgert. Sie dachten die Schnäppchenzeit ist vorbei, bis zur Verdienstbescheinigung im November. Statt Wertschätzung in Form eines tariflichen Weihnachtsgeldes, gab es nur eine mickrige Jahressonderzahlung in Höhe von 400 Euro/Brutto. Amazon soll sich eines hinter die Ohren schreiben: Wir betteln nicht, sondern werden unermüdlich weiterkämpfen,“ sagt Sylwia Lech, Gewerkschaftssekretärin in ver.di für den Handel im Bezirk Augsburg.

„Immenser Druck, immer höhere Anforderungen und mangelnde Wertschätzung der Beschäftigten haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Dass man den Beschäftigten angemessene tarifliche Entlohnung verweigert, lassen wir uns nicht gefallen. Amazon braucht sich nicht wundern, dass sich die Beschäftigten weltweit gegen diese Ausbeutung solidarisieren und auflehnen,“ ergänzt Sylwia Lech.

„Weihnachten ist nicht nur für Amazon wichtig. Auch für die Beschäftigten und ihre Familien ist Weihnachten ein kurzer Zeitraum der Erholung und Besinnung. Allerdings ist das Weihnachtsgeld für die meisten Beschäftigten nicht zum Geschenke kaufen da, sondern sie brauchen es für lange aufgeschobene Zahlungen wie Zahnersatz, Brille, Autoreparatur oder offene Rechnungen. Deshalb ist neben der tariflichen Vergütung nach dem bayerischen Einzel- und Versandhandel, ein tariflich abgesichertes Weihnachtsgeld, gerade für Amazon-Beschäftigte, so enorm wichtig und für den hervorragenden Job, den sie täglich machen, auch mehr als verdient,“ erklärt Sylwia Lech.

Verdie hatte alle Beschäftigten mit Beginn der Nachtschicht (13.12.2020 / 23:50 Uhr) zum Streik ohne Kundgebung aufgerufen.