Verdienter Sieger | Der Porsche Taycan Turbo im Presse Augsburg-Test

Mit dem Taycan brachte Porsche Ende 2019 seinen ersten vollelektrischen Sportwagen auf den Markt. Jetzt räumte das Fahrzeug bei der Verleihung des 44. Goldenen Lenkrades gleich zweimal ab und wurde zum besten Sportwagen und schönsten Auto (Leserwahl) gekürt. Wir haben uns selbst ein Bild für Sie gemacht und einen Taycan Turbo im Straßenverkehr und auf dem ADAC Fahrsicherheitszentrum in Augsburg für Sie getestet.

Im September 2019 präsentierte Porsche auf der IAA mit dem Taycan seine erste Hochleistungs-Elektro-Sportlimousine. Das Modell gibt es in drei Varianten von 531 PS (Taycan) bis 761 PS (Taycan Turbo S).

Im Test stand uns das mittlere der drei Modellvarianten, ein Taycan Turbo mit 680 PS zur Verfügung. Diese Leistung verteilt sich über zwei synchrone Maschinen dauerhaft auf beide Achsen (Allradantrieb), was zu einer sehr guten Traktion des Fahrzeuges führt. Das zeigte sich auch bei der im Test durchgeführten Beschleunigungsmessung, bei der der 3,2 Tonnen schwere Taycan Turbo beeindruckende Werte lieferte. Der Sprint von 0 auf 100 war in nur 3,2 Sekunden erledigt, auf 200 km/h beschleunigt der Zuffenhausener in nur 10,91 Sekunden. Das maximale Drehmoment beträgt 850 Newtonmeter.

123656312_3747945331905551_8641291041910903966_o Verdienter Sieger | Der Porsche Taycan Turbo im Presse Augsburg-Test Bildergalerien Freizeit News Newsletter Technik & Gadgets ad Porsche Taycan Taycan Turbo Test | Presse Augsburg
Der Sprint von 0 auf 100 war in nur 3,2 Sekunden erledigt, auf 200 km/h beschleunigt der Zuffenhausener in nur 10,91 Sekunden (gemessen mit Racebox Pro).

Der Radstand von 2,90 Metern sorgt für viel Platz im hochwertigen und modernen Innenraum, auch im Fond sitzen zwei weitere Personen bequem mit guter Beinfreiheit. Das Armaturenbrett gleicht einem einzigen Touch-Display, welches sich – sofern bestellt – sogar auch noch über das Handschuhfach bis hin zum Beifahrer erstreckt. 

Der Taycan ist 4,96 Meter lang und 1,97 Meter breit, aber auch in engeren Parkhäusern kamen wir – dank guter Parkassistenten – gut damit zurecht. Die zwischen beiden Achsen installierte Batterie sorgt mit ihren rund 650 Kilogramm Systemgewicht für einen niedrigen Schwerpunkt und eine ausgezeichneten Straßenlage. Den Handlingsparcours auf dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Augsburg meisterte der Zuffenhausener so absolut souverän.

Durch die verschiedenen Fahrwerksmodi, die adaptive Luftfederung sowie die elektronische Dämpferregelung wird der Porsche blitzschnell vom sportlich-straff abgestimmten Sportwagen zur gemütlichen Reiselimousine, beides ohne Kompromisse. Das ist einzigartig.

Apropos Reise: Das kleine Gepäckfach vorne fasst 81 Liter Volumen, das hintere nimmt bis zu 407 Liter auf und damit mehr als erwartet. Und wer noch mehr transportieren muss: Die Rücksitzbank ist getrennt umklappbar.

Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug mit einer Systemspannung von 800 Volt. Das verhindert eine Überhitzung der Batterie auch bei hoher Dauerleistung und macht den Taycan so auch rennstreckentauglich. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Taycan an dafür ausgelegten Ladesäulen (270 kw) in rund 20 Minuten auf bis zu 80% aufzuladen. Wie gut das funktioniert, konnten wir an den Ladestationen beim Audi Forum Ingolstadt und an der Autobahnraststätte Augsburg-Ost testen. Dort trafen wir zufällig auch Eberhard Weiblen, Chef der Porsche Consulting und offenbar selbst begeisterter Taycan-Fahrer, beim „Fast charging“.

Doch wie weit kommt man mit dem Taycan Turbo in der Praxis? Es ist wie immer im Leben – es kommt darauf an. Die maximale Reichweite beträgt laut WLTP-Standarf 450 Kilometer. Das haben wir in der Praxis nicht geschafft. Mit einer vorausschauenden und sparsamen Fahrweise sind aber 380 bis 400 Kilometer drin. Wer sportlich fährt muss früher „tanken“, aber das ist beim 911er nicht anders.

Fazit

Das erste rein elektrische Fahrzeug von Porsche kam ziemlich spät. Aber während bei anderen Herstellern die Lernkurve in der Elektromobilität oft die Kunden zu spüren bekamen, steht mit dem Taycan ein Fahrzeug auf der Straße, dass in Sachen Technologie, Performance, Verarbeitungsqualität und Optik einen neuen Maßstab setzt. Dass der Taycan bei der Verleihung des 44. Goldenen Lenkrades gleich zweimal abräumte (bester Sportwagen und schönstes Auto) ist daher absolut verdient.

Neue Maßstäbe setzt der Taycan aber auch beim Preis:  Das günstigste Modell ist aktuell ab 103.802 Euro zu haben. Unser Testfahrzeug, der Taycan Turbo mit reichlich Sonderausstattung, durchbrach die 180.000 Euro-Marke. 

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