Verhexte erste Halbzeit im Geisterspiel – FC Augsburg verliert Zuhause gegen den VfL Bochum

Nachdem in der ersten Halbzeit vieles gegen den FC Augsburg gelaufen war, hatten sich die Schwaben in Durchgang zwei wieder in die Partie gekämpft. Für einen Punktgewinn gegen den Konkurrenten aus Bochum reichte es aber nicht.

Whatsapp Image 2021 12 04 At 15.28.36

Zehn Punkte aus den letzten vier Heimspielen, die Bilanz der letzten Wochen lässt sich für den FC Augsburg ganz gut lesen. Nach dem Last-Minute-Punktgewinn in Berlin sollte der Schwung gegen den direkten Konkurrenten aus Bochum beibehalten werden. Der VfL ist aber alles andere als eine Laufkundschaft. Der Aufsteiger aus dem Ruhrpott ist in der Liga angekommen und konnte gerade in den letzten Wochen fleißig Punkte sammeln. Auch im Pokal sind die Blau-weißen vor gut vier Wochen ins Achtelfinale eingezogen, der Gegner war damals wie heute der FCA. „Mir wäre ein Sieg in der Bundesliga schon wichtiger“, so Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Das seine Mannschaft ausgerechnet bei diesem Duell 16 gegen 13 ohne Zuschauer auskommen musste, gefiel ihm deshalb auch gar nicht.

Effektive Bochumer

Doch auch ohne Publikum versteckten sich beide Teams nicht. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Anfangsphase, in der Hahn Augsburg nach gut einer Viertelstunde schon in Führung hätte bringen können.Der Offensivmann scheiterte aber an VfL-Schlussmann Esser. Dies sollte der Auftakt einer guten Phase der Gastgeber werden. Die Schwaben versuchten das Spiel zu machen und kombinierten gefällig, allerdings ohne die ganz große Torgefahr. Anders Bochum. Nach einem Ballverlust von Maier im Mittelfeld zeigten sich die Gäste zielstrebig. Holtmann bediente mit einem langen Ball Polter, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Ziemlich frei stehend tunnelte er Gikiewicz zum, zu diesem Zeitpunkt, eher überraschenden 0:1. So sollte es zunächst für den FCA weitergehen.

Für Augsburg war es wie verhext

Die Hausherren versuchten Chancen zu kreieren, blieben aber weiter vom Pech verfolgt. Innerhalb von zehn Minuten mussten zuerst Framberger mit einer Knöchelverletzung, dann Zeqiri verletzt ausgewechselt werden. Der Schweizer war bei einer Aktion vor dem Gästetor im Rasen hängen geblieben und unglücklich gestürzt. Als wäre Augsburg mit diesen beiden weiteren Ausfällen nicht schon bedient genug gewesen, konnte der VfL daraus deutlich Kapital schlagen. Als noch kein Ersatz für Zeqiri auf dem Rasen gestanden hatte, nützte Holtmann den Raum und nagelte den Ball nach einer Ecke unhaltbar ins Tornetz. Doch damit nicht genug. Polter konnte sich nach einem weiteren Eckball gegen den schwachen Winther durchsetzen und aus kurzer Distanz zum 0:3-Pausenstand einnicken. Ein bis zu diesem Zeitpunkt mehr als gebrauchter Nachmittag für die Rot-grün-weißen.

Augsburg startet Aufholjagd

Vorne zu wenig zwingend, hinten zu nachlässig. In den ersten 45. Spielminuten war nur wenig von der Heimstärke der Augsburger aus den letzten Wochen zu sehen. Im zweiten Durchgang musste deutlich mehr von der Weinzierl-Truppe kommen, wenn dieses Aufeinandertreffen nicht in einem Fiasko enden sollte. Während die Bedingungen mit einsetzenden Schneeregen immer unangenehmer wurden, zählte für den FCA nur ein schneller Anschlusstreffer. Etwas mehr als zehn Minuten benötigte Augsburg nach dem Wiederbeginn dafür. Der eingewechselte Gregoritsch konnte eine Ecke unbedrängt zum 1:3 einnicken (57.).

Noch gaben sie sich also, trotz des deutlichen Rückstands, nicht geschlagen. Es blieb noch eine halbe Stunde Zeit, um zumindest einen Zähler einzufahren. Auch wenn die Gäste die Augsburger in der Folge etwas mehr kommen ließen, taten sich diese schwer. Der von Trainer Thomas Reis glänzend eingestellte VfL machte durch konsequentes Stellungsspiel die Räume eng und setzte weiter durch schnelle Konter Nadelstiche. Nach einem Ballverlust der Augsburger auf Höhe des Anspielkreises war Pantovic von Holtmann auf die Reise geschickt worden, doch der in München geborene Serbe vergab vor Gikiewicz frei stehend die Entscheidung (70.).

Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten

Augsburg war noch im Spiel, musste aber jetzt noch mehr riskieren. Weinzierl versuchte es in der Schlussphase mit frischen Offensivkräften und brachte Niederlechner und Cordova für Hahn sowie Vargas. Zu diesem Zeitpunkt hätte es bereits 2:3 stehen können, doch der frühere Augsburger Stafylidis hatte einen Gregoritsch-Versuch auf der Torlinie geklärt (78.). Als Soares wenig später im Strafraum zu ungestüm gegen Niederlechner zu Werke gegangen war, zeigte Schiedsrichter Aytekin auf den Elfmeterpunkt, eine Gelegenheit, die sich Caligiuri nicht nehmen ließ.

Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte hatte sich der FC Augsburg in die Partie zurückgekämpft und bis in die Schlussminuten die Chance an diesem zweiten Adventswochenende doch noch zu punkten. Daraus wurde nichts. Auch der mit den gegnerischen Strafraum geeilte FCA-Torhüter Gkikiewicz konnte nichts mehr am Ende der zuletzt so erfolgreichen Heimserie ändern.

„Es ist brutal bitter“ | Die Stimmen zur Niederlage des FC Augsburg gegen Bochum

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger (32. Jensen) , Gumny, Winther, Iago – Maier (46. Moravek), Dorsch, Caligiuri, Vargas (79. Niederlechner)- Hahn (79. Cordova), Zeqiri (41. Gregoritsch)

VfL Bochum: Esser – Stafylidis, Masovic, Lampropoulos, Danilo Soares – Losilla, Löwen (79.Tesche), Rexhbecaj, Holtmann (79. Antwi-Adjei) , Asano (61. Pantovic)- Polter (79. Ganvoula)

Tore: 0:1 Polter (23.), 0:2 Holtmann (40.), 0:3 Polter (45.+ 2), 1:3 Gregoritsch (57.)., 2:3 Caligiuri (85./FE)

Gelbe Karten: keine| Danilo Soares, Rexhbecaj

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer:  GEISTERSPIEL