Verkehrsbilanz 2018 | Deutlich mehr Tote im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord

Die Verkehrsunfallentwicklung des Jahres 2018 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord zeigt eine leicht steigende Tendenz (+ 1,4 %) bei den Gesamtunfallzahlen.

1. Unfallentwicklung

Es wurden insgesamt 49.032 (48.349) Verkehrsunfälle aufgenommen.

Der Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord umfasst die zehn Landkreise Erding, Freising, Ebersberg, Dachau, Starnberg, Landsberg a. Lech, Fürstenfeldbruck, Eichstätt, Pfaffenhofen a. d. Ilm, NeuburgSchrobenhausen und die Stadt Ingolstadt.

Bei 6.486 (6.617) Verkehrsunfällen entstand Personenschaden, wobei 8.474 (8.723) Personen verletzt wurden. Leider verloren auch 75 Menschen ihr Leben, 15 Personen mehr als im Vorjahr.

1.1 Räumliche Aufteilung der Unfälle

29.621 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerorts, dabei wurden 17 Menschen getötet. Außerhalb geschlossener Ortschaften kamen bei 19.411 Verkehrsunfällen 58 Personen ums Leben.

1.2 Verkehrsunfalltote

Im Jahr 2018 konnte ein Anstieg der Zahl der Unfalltoten festgestellt werden. Wurden 2017 im Präsidialbereich 60 Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr getötet, waren es im Jahr 2018 75 Todesopfer. Der Anstieg ist hierbei insbesondere auf die gestiegene Anzahl der Todesopfer bei der Zielgruppe der Kradfahrer zurückzuführen.

2. Alkohol und Drogen

2018 war bei 601 (595) Verkehrsunfällen Alkoholgenuss unfallursächlich. Dies stellt einen Anstieg um ein Prozent dar. Bei diesen Unfällen wurden 332 (343) Personen verletzt. 8 (3) Menschen fanden dabei den Tod.

Die Unfälle unter Drogeneinfluss stiegen von 36 auf 51 an und bewegen sich damit weiterhin, verglichen mit den Alkoholunfällen, auf deutlich niedrigerem Niveau. Bei diesen Unfällen wurden 32 (27) Personen verletzt, keine Person (2) wurde getötet.

3. Geschwindigkeit

Bei 1.881 Geschwindigkeitsunfällen kamen im Jahr 2018 insgesamt 24 Menschen ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr konnte damit eine Reduktion dieser Unfälle um 14,3 % erreicht werden. Bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang wurden 8 Personen oder 50 % mehr Opfer registriert, die Unfälle erwiesen sich damit als deutlich folgenschwerer. Der Anteil dieser Unfälle im Kontext des Gesamtunfallgeschehens bleibt überproportional hoch.

Insgesamt wurden im Jahr 2018 im Rahmen der Verkehrsüberwachung mit technischem Gerät 198.920 Verkehrsteilnehmer beanstandet. Davon lagen 99.546 im Anzeigenbereich und 99.374 wurden verwarnt.

4. Junge Fahranfänger (18-24 Jahre)

Die Unfallzahlen des Jahres 2018 zeigen erneut, dass die jungen Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren, die selbst nur etwa 8% der Bevölkerung stellen, überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind.

Diese Risikogruppe war demnach an 4.266 Verkehrsunfällen (4.310) beteiligt. Dies stellt einen Anteil von 8,7 % an der Summe aller Unfälle dar. Dabei wurden 2.450 (2.473) Unfälle durch die jungen Fahrer verursacht.

11 (16) Menschen fanden bei den durch diese Altersgruppe verursachten Unfällen den Tod (14,7 % aller Getöteten). 7 (7) Getötete waren selbst junge Verkehrsteilnehmer. 1.819 (1.900) Personen wurden bei diesen Unfällen verletzt (21,5 % aller Verletzten).

Die altersbedingte Risikobereitschaft und noch nicht hinreichend ausgereifte Fahrpraxis führen immer wieder zu Geschwindigkeits-, Vorfahrts- und Abbiegeunfällen, gerade bei nächtlichen Fahrten. Dies belegt auch die Tatsache, dass diese Zielgruppe zu 24,8 % an den Geschwindigkeitsunfällen und zu 22,2 % an den Alkoholunfällen beteiligt ist.

5. Seniorenunfälle (ab 65 Jahren)

Im Jahr 2018 waren ältere Menschen an 4.050 Verkehrsunfällen beteiligt, dies entspricht einem Anteil von 8,3 % an den Gesamtunfällen. Insgesamt ist ein stetiger Anstieg (17,3 %) bei den Unfällen mit Beteiligung von Senioren in den letzten 5 Jahren festzustellen. Diese Entwicklung ist auch bei den von Senioren verursachten Verkehrsunfällen (20,3 %) zu beobachten. Die Zahl der getöteten Senioren ist mit 21 (23) im vergangenen Jahr erfreulicherweise um 8,6 % zurückgegangen.

2.689 (2.607) Unfälle wurden von Senioren verursacht. Bei diesen Unfällen verloren 17 (14) Menschen ihr Leben und 1.353 (1.262) Personen wurden verletzt.