Vermisste Achtjährige nach zwei Tagen aufgefunden

Seit Sonntagnachmittag liefen am Berg Cerchov (Tschechische Republik) intensive Suchmaßnahmen nach einem achtjährigen Mädchen aus Deutschland. Polizei und Hilfsdienst aus Deutschland unterstützen seit gestern Abend die Suchmaßnahmen.

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Bild von Alex Fox auf Pixabay

Am Sonntag, 10. Oktober 2021, waren zwei Eltern aus dem Großraum Berlin mit ihren beiden Kindern und einem Neffen auf dem Berg Cerchov wandern. Nach derzeitiger Sachlage spielten die Kinder und entfernten sich von den Eltern. Nachdem die Kinder daraufhin nicht mehr auffindbar waren, wurden Rettungskräfte verständigt. Während ein Sohn und der Neffe der Familie wieder aufgefunden werden konnten, blieb die 8-jährige Tochter seit ca. 17 Uhr abgängig.

Es begann eine intensive Suche tschechischer Behörden und Hilfsdienste, die im weiteren Verlauf durch deutsche Kräfte unterstützt wurde. Die Koordination erfolgte über das Gemeinsame Zentrum der deutsch tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf. Ohne Erfolg!

Den ganzen Montag über wurden intensive und mit den tschechischen Behörden eng abgestimmte Suchmaßnahmen in Tschechien und in Bayern fortgesetzt. Leider blieben diese weiter ohne Ergebnis. An dem Einsatz waren bislang über 800 Einsatzkräfte aus beiden Ländern beteiligt.

Zum Einsatz kamen über 40 Suchhunde, darunter mehrere Personensuchhunde (Mantrailer) und Flächensuchhunde. Ferner setzte die Polizei mehrere Einsatzhundertschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Polizeihubschrauber, Multicopter (Drohnen) und Streifen ein.

Von den Hilfsorganisationen waren etliche Kräfte der Feuerwehr, der Bergwacht, des THW und des Rettungsdienstes bei der Suche eingesetzt.

Auch während der ganzen Nacht von Montag auf Dienstag wurden ununterbrochen intensive Suchmaßnahmen auf tschechischer und deutscher Seite durchgeführt. So kamen auch weit nach Mitternacht Personensuchhunde (Mantrailer) und Flächensuchhunde zum Einsatz. Die Helferinnen und Helferin waren insbesondere mit geländegängigen Fahrzeugen im Suchbereich unterwegs.

Weit über 1000 Helfer suchen nach Julia

Am heutigen Tag, den 12. Oktober 2021, werden alle möglichen Suchmaßnahmen systematisch und in enger Abstimmung mit den tschechischen Behörden fortgeführt. Auf bayerischer Seite sind wieder verschiedene Einheiten, u. a. Hundertschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, sowie verschiedener Hilfsorganisationen im Einsatz.

Es waren in etwa 1400 Einsatzkräfte aus beiden Ländern, sowie 115 Personen- und Flächensuchhunde, Polizeihubschrauber und Drohnen im Einsatz. Die Polizei gingen von einer lebensbedrohlichen und ernstzunehmenden Gefahr für die Vermisste aus. Auch weiterhin werden die Einsatzkräfte alles Menschenmögliche unternehmen, um Julia aufzufinden.
Bislang gingen vereinzelte Mitteilungen von Zeugen ein, die sich insbesondere auf den Aufstieg der Familie zum Cerchov beziehen. In diesem Zusammenhang erneuert die Polizei die Öffentlichkeitsfahndung nach der 8-jährigen Julia. Im Laufe des heutigen Tages wurde das Mädchen schließlich gefunden. Wie durch ein Wunder war sie äußerlich unverletzt und ansprechbar. Aufgrund der beiden Tage im teilweise sehr kalten Wald war sie unterkühlt und musste in ein tschechisches Krankenhaus eingeliefert werden.

Innenminister zeigt sich nach erleichtert

Sehr erleichtert ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über die Nachricht, dass ein Förster die im bayerisch/tschechischen Grenzgebiet vermisste Achtjährige nach zweitägiger Suche gefunden hat. „Gottseidank konnte Julia noch rechtzeitig entdeckt werden. Viel Zeit wäre bei den jetzigen Witterungsbedingungen sicherlich nicht geblieben. Wir alle haben mitgefiebert. Jetzt hoffe ich, dass sich Julia schnell von den Strapazen der letzten Tage erholt.“ Der Innenminister zeigte sich vom unermüdlichen Rund-Um-Die-Uhr-Einsatz der Suchkräfte und der Zusammenarbeit zwischen bayerischen und tschechischen Einsatzkräften sehr beeindruckt. „Unsere Einsatzkräfte haben länderübergreifend hervorragend zusammengearbeitet. Hier sieht man einmal mehr: Die Hilfeleistung kennt keine Grenzen. Gerade auch die vielen Ehrenamtlichen waren bei der Suche eine große Unterstützung.“

Insgesamt waren, wie bereits erwähnt, mehr als 1.400 Suchkräfte insbesondere von Polizei, Feuerwehren, THW und Hilfsorganisationen im Einsatz. Herrmann: „Wir haben alles mobilisiert, Bereitschaftspolizei, Hundestaffeln, Hubschrauber mit Wärmebildkameras, Drohnen und Suchtrupps der Alpinen Einsatzgruppe. Letztlich war es dann ein Quäntchen Glück, dass ein in die Suchaktion eingebundener tschechischer Förster das Mädchen gefunden hat.“