Versuchte Tötung im Augsburger Univiertel – Staatsanwaltschaft beantragt Sicherungsverfahren

Wegen versuchter Tötung in zwei Fällen hat die Augsburger Staatsanwaltschaft einen Antrag im Sicherungsverfahren gegen 27-jährigen Studenten gestellt, der Ende März 2020 Angriffe auf einen Busfahrer und eine Pkw-Fahrerin verübt haben soll,  zum Landgericht Augsburg gestellt.

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Symbolbild

Die Staatsanwaltschaft hat mit dem Ziel der Unterbringung in einer Entziehungs-anstalt gegen einen 27jährigen Studenten, der im Univiertel wohnte, eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren zum Landgericht Augsburg -Schwurgerichtskammer- erhoben.

Der Beschuldigte soll im Zustand der Schuldunfähigkeit am frühen Morgen des 31.03.2020 mit einer Machete und einer Axt bewaffnet einen Linienbus angehalten und sowohl mit der Axt als auch mit der Machete insgesamt mindestens 7 wuchtige Schläge gegen die Frontscheibe des Busses geführt und einen Schaden von über 8.000 EUR verursacht haben.
Dem Busfahrer gelang es jedoch, das Fahrzeug zurückzusetzen und an dem Beschuldigten vorbei zu fahren.

Im Anschluss daran soll der Beschuldigte eine Pkw-Fahrerin angehalten haben, indem er sich ihr in den Weg stellte. Nachdem er zunächst mit Axt und Machete auf den Frontbereich des Pkw eingeschlagen habe, soll er die Seitenscheibe auf der Fahrerseite des Fahrzeugs zerschlagen haben, um auf die Fahrerin einzuschlagen, um sie zu töten. Das Vorhaben des Beschuldigten konnte durch einen damals 28jährigen Passanten verhindert werden, der sich dem Beschuldigten von hinten näherte, ihn umklammerte und vom Fahrzeug wegzog.
Bei der folgenden Auseinandersetzung soll es dem Beschuldigten gelungen sein, sich teilweise aus der Umklammerung zu lösen und dem Geschädigten mit der Machete einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf zu versetzen, bevor es diesem gelang, den Beschuldigten zu entwaffnen und auf dem Boden zu fixieren.

Der Geschädigte erlitt eine stark blutende Kopfverletzung.

Dem Beschuldigten werden zweifacher versuchter Totschlag zusammentreffend mit

gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

Unterbringung in Entziehungsanstalt beantragt

Im Rahmen der Hauptverhandlung wird zu entscheiden sein, ob die von einem Sachverständigen angenommene drogenbedingte krankhafte seelische Störung dazu führt, dass im Hinblick auf die Drogenabhängigkeit die Gefahr für weitere erhebliche Taten besteht und zum Schutz der Allgemeinheit die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen ist.

Vorsorglich wurden vom Landgericht Termine für den Fall der Eröffnung des Verfahrens ab Mitte Oktober reserviert.