VfL Günzburg Handballer belohnen sich mit zwei Punkten unterm Weihnachtsbaum

Bei einer sehr starken Juniorenmannschaft der HC Erlangen – bis auf vier Spieler, die freilich das Gros der Tore erzielten, spielten noch alle JBLH – gewannen die Schwaben mit 25:34 (9:15). Trotz des deutlichen Sieges macht es die Überlegenheit der nordbayerischen Leistungszentren deutlich, bestätigt im kleinen aber auch den Günzburger Weg auf die eigene Jugend zu setzen.

Pfetschl Vfl Guenzburg
Pfeschl | Foto: VfL Günzburg

Die Schwaben hatten den besseren Start. Nico Jensen eröffnete die Begegnung mit einem seiner Schlagwürfe. Ein paar Zeigerumdrehungen später verkündete die Anzeigentafel ein 1:3. Dann erinnerte vieles an das Rimpardebakel: Die Abwehr stand von Anfang an gut, es wurde ein Höllentempo gefahren, allerdings viel zu viel verworfen. Die vorerst letzte Günzburger Führung erzielte Gabriel Scholz, der sich durch konstant gute Trainingsleistungen mehr Spielanteile erarbeitet hat zum 3:4. Die Franken stürmten entschlossen zur zweiten Welle, der VfL scheiterte immer wieder am HC-Keeper. Die Spielkarten schienen nach zwei Treffern von Anton Hein neu gemischt als es 5:4 hieß. Es war weniger die frühe Auszeit als vielmehr Routinier Patrick Bieber, der die schnelle Rückkehr auf die Erfolgsspur ermöglichte. Hinten vernagelte er seine 2×3-Meter und überraschte zudem den Gegner mit erfrischendem Offensivgeist als er zweimal aus dem eigenen Torraum in gegnerische Netz traf.

Das erwies sich am ungewohnten Sonntagmittag als „Hallo-Wach-Pille“. Seine Kollegen außerhalb des eigenen Torraumes erkannten nun, dass man auch ins Tor und nicht nur auf den Torwart werfen konnte. Selbst von weiter weg schien das plötzlich jeder Zeit möglich. Sechs VfL-Tore in Folge und ruckzuck stand es 5:10. Heute weiß man, dass das bereits die Vorentscheidung war, auch wenn HC Erlangen 3 die Deckung auf eine offensivere Variante umstellte. Gewechselt wurde beim Stand von 9:15.

Wenig gab es in der Kabine auszusetzen. Das Motto lautete trotz Schwächephase: „Weiter so!“

Die Weinroten hatten nun ihre stärkste Phase. Als beim Stand von 15:25 Kilian Weigl, der erneut eine stark verbesserte Abwehrleistung zeigte, ein lupenreiner Hättrick nach dem 15:25 auf 15:28 gelang, schien ein Kantersieg in Reichweite. Dafür waren die jungen Gastgeber allerdings zu spielfreudig und so stand am Ende ein gerechtes 25:34 auf dem Spielbericht.

Nach dem Spiel freute sich die Mannschaft sehr über die zwei Auswärtspunkte, vor allem aber auch über die beiden Tore von Ivo Dragisevic, der sein letztes Spiel für den VfL absolvierte. Dem Linksaußentalent ist die Belastung zu hoch geworden. Beruflich ist er auch körperlich stark gefordert und muss oft bis spät abends arbeiten. Hinzu kamen viele Fehlzeiten wegen Verletzungen und Erkrankungen. Im Herbst kamen beide Seiten überein, dass ihm zum Jahresende eine Ausstiegsoption eingeräumt wird. Diese zog Ivo Dragisevic nun. Mannschaft und Vereinsführung können das gut nachvollziehen. Im Mannschaftsbus verabschiedete er sich standesgemäß mit einer ordentlichen Brotzeit. „Wir wünschen Ivo weiterhin von Herzen alles Gute“, sprach Michael Jahn für die Mannschaft.

Zum Jahreswechsel steht die 1. Mannschaft des VfL Günzburg nach einem furchtbar zerrissenen Spielplan gut da. Die Tabelle führt die SG Regensburg mit 19:5-Punkten an. Die TG Landshut und DJK Waldbüttelbrunn folgen mit sechs Minuspunkten. Der VfL leidet bislang unter acht. Dafür musste die Mannschaft sehr viel investieren, mit einem arg schiefen Kader jonglieren, sowie den Ausfall von Jakob Hermann und das „Fernstudium“ von Stephan Jahn ausgleichen. „Daran können wenig intakte Strukturen auch scheitern“, so Cheftrainer Hofmeister.

Der Spielplan bleibt eine Zumutung: Bereits am Sonntag, den 07.01. geht es ohne echte Weihnachtspause gegen die DJK Waldbüttelbrunn weiter. Für das Wochenende darauf ersannen die Verbandsoberen wegen er EM ein Spielverbot in ganz Bayern. Es soll gejubelt werden. Dafür findet das Nachholspiel gegen den TSV 2000 Rothenburg allen Ernstes am Karsamstag statt. Respekt vor „Feierabendprofis“ sieht anders aus. .