In einem verkrampften Spiel wurde der VfL Günzburg beim 31:24 (15:13) gegen den SV 64 Zweibrücken seiner Favoritenrolle gerecht und darf sich weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

Warum die Schwaben überhaupt als Favoriten in dieses Spiel gingen, weiß in der Liga keiner so recht. Die heutigen 18 Punkte hatten die Rheinland-Pfälzer bereits bis Anfang Dezember gesammelt. Stolzer Dritter war man damals, besonders die Angriffsmaschine lief auf Hochtouren. Dann verletzte sich ein Spieler. Klar, ein überragender Kreisläufer und starker Hinten-Mitte; aber kann dieser eine verlorene Führungsspieler der Grund für einen derartigen dauerhaften Leistungseinbruch  sein? Vielleicht hat sich die Liga auch besser auf das sehr komplizierte und fein durchdachte Angriffsspiel eingestellt? Selbst Stephan Hofmeister kann sich das nicht erklären.

Den ersten Treffer der Partie erzielte Felix Dettiger. Nervös wirkte alles, man spürte leider, dass es nicht nur um irgendein Spiel, sondern eben auch um einen ganzen Klassenerhalt ging. Wegen der ungünstigen Mittagszeit und dem herrlichen Frühlingswetter waren nur gut 100 Zuschauer in die Rebayhalle gekommen, die beim 3:2 durch Jonathan Stegmann die erste VfL-Führung bejubeln durfte. Sechs Tore sollte der schnelle Rechtsaußen im Laufe der Partie erzielen. Seine einfachen Gegenstoßtore taten dem angegriffenen Nervenkostüm seiner Handballfreunde an diesem Tag besonders gut. So richtig absetzen konnte sich niemand. Das 6:4 durch Frieder Bandlow machte da erst leise Hoffnung, doch in der 23. Minute war der weit angereiste Gast wieder auf 10:9 dran. Da Abwehr eher „zerstört“ als kreativ gestaltet,war es dort  einfacher. Im Angriff löste sich die Bremse zur Kreativität und Lockerheit hingegen nie. In die Halbzeit ging es mit 15:13.

SV-Spieler Philipp Meiser brachte nach Wideranpfiff durch das gute Schiedsrichtergespann Haderlein/Haderlein seine Farben auf 15:14 heran – auch keine Beruhigungspille. Bis zum 19:18 bleib es elend eng. Dann schlugen Sebastian Grabher, Jonathan Stegmann und Frieder Bandlow zu. 22:18 stand in der 44. Minute auf der nagelneuen Günzburger Anzeigentafel. Ein schlauer Alexander Jahn, der viel für das Tempo tat, hatte längst Regie übernommen und auch auf die Kreisläufer war insgesamt Verlass. Eigentlich war das die Vorentscheidung. Denn heute wissen wir, viel näher sollten die Zweibrückener nicht mehr kommen. Im Gegenteil Louis Dück erzielte beim 30:24 den ersten Sechs-Tore-Vorsprung.

Der Sieg war immens wichtig. Zwei Punkte fehlen nun zu Platz 6. Dort stehen die seit langem sieglosen Zweibrückener, dahinter folgt ebenfalls zwei Pluspunkte vor dem VfL der nächste Gegner. Dort in der Pfullinger Kurt-App-Halle, in der ganze Generationen von Günzburger Zweitligateams um Punkte kämpften, kommt es am kommenden  Sonntag um 15.00 Uhr zum Show-Down. Nur wenn dieses Spiel gewonnen wird, kann es „Urlaub statt Quali“ heißen. Nur in diesem einen Fall hätte der VfL bei einem Dreiervergleich mit jeweils 18 Punkten im direkten Vergleich die Nase vorne. Schöne Aussichten an einem herrlichen Frühlingstag.