Violinist Hadelich zählt nicht auf die Politik

Der deutsch-amerikanische Violinist Augustin Hadelich begrüßt Überlegungen, Konzerte aufgrund der Corona-Abstandsregeln mit deutlich reduzierter Besucherkapazität zu geben. „Große Einkommensverluste gäbe es natürlich trotzdem, doch es ginge wenigstens in eingeschränkter Weise weiter und man könnte weiter Spenden sammeln und dergleichen. Denn Politiker denken zu allerletzt an die Kultur. Deswegen müssen wir als Musiker auch selbst Lösungen suchen“, sagte Hadelich dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstagsausgabe).

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Die erste Woche Zwangspause habe er noch ganz schön gefunden, „aber dann fehlte mir das Zusammenspielen und Zusammensein immer mehr“. Internet-Videos machten „zwar Spaß“, doch jeder „Klassikmusiker und -hörer weiß auch, dass das Live-Erlebnis noch mal völlig anders ist“, so der Violinist weiter.

Es gebe auch Musiker, die eine regelrechte Depression bekommen. „Wir reden zwar von `Social Distancing`, doch eigentlich sollten wir uns noch näher sein als sonst. Und nur physisch Distanz halten“, sagte Hadelich. Aus seiner Pandemie-geplagten Wahlheimat New York ist der Musiker derzeit ins Umland, in den US-Bundesstaat Connecticut, ausgewichen, erlebt die Krise in den USA weiter hautnah: „Der Shutdown zwingt das Land zum Stillstand. In Amerika ist es nicht üblich, dass den Leuten dann noch ein Gehalt gezahlt wird, es gibt daher rasch Millionen Arbeits- und selbst Obdachlose. Und politisches Theater gibt es hier sehr oft. In Deutschland ist es mehr so, dass etwas verordnet wird – von oben.“

In den USA setze man auf eigene Verantwortung – was dem Selbstbild der Nation entspreche.

„Doch das Problem ist: In solch großen Krisen funktioniert das nicht mehr, man braucht Richtlinien. Und einen Plan“, sagte Hadelich dem „Mannheimer Morgen“