Von der Vision zur Ikone | Der BMW i8 Roadster im Presse Augsburg-Test

Was 2009 auf der IAA in Frankfurt mit einem Konzeptfahrzeug für die Efficient-Dynamics-Strategie von BMW begann und 2014 mit der Übergabe der ersten 8 Serienfahrzeuge des BMW i8 an Kunden zur Realität wurde, fand im Juni 2020 in Leipzig sein krönendes Ende: Dort liefen die letzten Fahrzeuge des auch heute noch futuristisch anmutenden Plug-in-Hybrid Sportwagens vom Band. Grund genug, mit einem Test des seit 2018 auch als Roadster verfügbaren Modells einen Blick zurück und in die Zukunft zu werfen.

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Der i8 Roadster im Presse Augsburg-Test | Foto: Sebastian Pfister

2014 testete Presse Augsburg den damals noch ausschließlich als 2+2-Sitzer-Coupe erhältlichen BMW i8 und sorgte für viele begeistere Blicke auf Augsburgs Straßen. Grund dafür war bei den Passanten aber nicht das Wissen um die vielen verbauten Innovationen oder den Plug-in-Hybrid. Vielmehr zog das Außendesign die Menschen in seinen Bann.

Von der Vision auf die Straße

BMW war es gelungen, aus einer Vision ein in Serie gefertigtes Fahrzeug auf die Straße zu bringen – ohne Kompromisse. Und schnell wurde klar, auch die inneren Werte waren seiner Zeit voraus. Der damalige BMW-Entwicklungschef und heutige Vorstandsvorsitzende von Volkswagen,  Dr. Herbert Diess, sprach nicht zu Unrecht vom „wahrscheinlich revolutionärsten Auto, das BMW je entwickelt und gefertigt hat“. 

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Ohne Dach für noch mehr Spaß im Sommer | Foto: Sebastian Pfister

Drei Jahre später wurde für viele Fans ein Traum war: BMW stellte auf der LA Auto Show die Serienversion des i8 Roadster vor, der ab 2018 ebenfalls in Leipzig produziert wurde. In dem reinen 2-Sitzer-Cabrio mit vollautomatisch versenkbarem Stoffverdeck war von Beginn an auch aktualisierte Technik an Bord. Die Akku-Kapazität konnte bei gleichem Platzbedarf um mehr als 50 Prozent von 7,1 auf 11,6 kWh gesteigert werden. Die rein elektrische Reichweite konnte so von 37 Kilometern auf 55 Kilometern gesteigert werden, die Leistung des Elektromotors verbesserte sich um 12 PS, was in Verbindung mit dem unveränderten 1,5-Liter-Dreizylinderturbo (231 PS) eine neue Systemleistung von 374 PS ergibt. 

Presse Augsburg traf sechs Jahre nach dem ersten Test mit dem i8-Coupe beim Roadster auf einen alten Bekannten. In die Jahre gekommen ist der Flügeltüren-Flitzer dabei keineswegs  und in rund 15 Sekunden öffnet sich jetzt – auch während der Fahrt bei bis zu 50 km/h- vollautomatisch das Stoffdach und sorgt so angenehm windstill und kühl für ein ganz neues Fahrgefühl.

Viel Luxus, wenig Stauraum

Der luxuriöse und exzellent verarbeitete Innenraum bietet viel Platz für Fahrer und Beifahrer, die zwei kleinen Rücksitze des 2+2-Coupes fielen allerdings dem voll versenkbaren Verdeck zum Opfer. Der mit 88 Litern angegebenen Kofferraum reicht für kleinere Einkäufe oder einen Wochenendausflug gut aus, mehr sollte man von einem Sportwagen ohnehin nicht erwarten.

Bei unserem Test auf dem Handlingparcours des ADAC Fahrsicherheitszentrum in Augsburg macht der i8 Roadster eine gute Figur. Er liegt sehr ausbalanciert auf der Straße und ist durch die Kombination von Elektromotor und Verbrenner extrem agil unterwegs. 

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Auf dem ADAC Fahrsicherheitszentrum in Augsburg konnten wir den i8 Roadster auf Herz und Nieren testen | Foto: Sebastian Pfister

Das serienmäßig mit regelbaren Dämpfern ausgestattete Fahrwerk ist im Sportmodus der Anforderung entsprechend sehr hart und direkt, im Comfort-Modus lassen sich auch längere Urlaubsfahren entspannt und ohne Rückenschmerzen überstehen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der Roadster in 4,6 Sekunden.

Geräuschlos oder Geräusch los! 

Während der i8 Roadster auf Kopfdruck bis zu 120 km/h Geschwindigkeit rein elektrisch und lautlos dahingleitet, gibt es im kombinierten Sportmodus richtig was auf die Ohren – im positiven Sinne. Denn was die Sound-Ingenieure hier aus dem doppelt aufgeladenen 1,5 Liter Benzinmotor an Soundkulisse schufen ist wirklich mehr als beeindruckend.

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Kann man aufladen, muss man aber nicht | Foto: Sebastian Pfister

Der Durchschnittsverbrauch im Test lag im Hybridmodus ohne Aufladung über die Steckdose bei ca. 7,2 Litern auf 100 Kilometer, was sich für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse auch heute noch absolut sehen lassen kann.

Preislich liegt der i8 Roadster 17.000 Euro über der Coupe-Version. Unser Testwagen hatte mit diversen Sonderausstattungen wie Laserlicht und BMW Individualausstattung einen Listenpreis von rund 180.000 Euro. Doch auch wenn man das Geld sehr locker sitzen hat: Neu bestellen kann man den BMW i8 inzwischen nicht mehr.

Von der Vision zur Ikone

BMW hat die Produktion in diesem Jahr eingestellt und verfolgt mit seinen neuen Modellen eine Strategie, die eine höhere Flexibilität bei der Wahl der Antriebe zulässt – oder wie es BMW-Chef Oliver Zipse nennt: „Power of Choice“. Dabei will man sich nicht auf eine einzige Antriebsstrategie festlegen und plant weiterhin neben Elektroantrieben auch Modelle mit Benzin- und Diesel-Antrieben. Darüber hinaus forscht man weiter an der Brennstoffzellentechnologie. Das klingt nicht verkehrt, zumal heute niemand wirklich sicher sagen kann, welche Technologie in den nächsten 5-10 Jahren die Nase vorn haben wird.

Von einem Misserfolg kann man beim BMW i8 dennoch nicht sprechen: Er ist auch heute noch ein außergewöhnliches Fahrzeug und hat aufgrund seines einzigartigen Designs und als Innovations-Vorreiter und Imageträger der Marke BMW ganz sicher das Zeug zur Ikone. Und zu einer seltenen noch dazu: Insgesamt wurden in Leipzig nur 16.581 BMW i8 Coupé gebaut und nur 3.884 Roadster.

Unser Testfahrzeug ist inzwischen zurück in München, aber nach vielen verschiedenen Fahrzeugtests können wir eines sagen: Machs gut, i8, Du bist etwas ganz Besonderes!

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Einen Platz in der Hall of Fame hat sich der i8 in jedem Fall verdient | Foto: BMW Group