Vonovia rechnet mit Mietausfällen in zweistelliger Millionenhöhe

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia rechnet im Zuge der Coronakrise mit vorläufigen Mietausfällen in zweistelliger Millionenhöhe. Er erwarte „maximal 40 Millionen Euro“ an gestundeten Mieten, sagte der Vonovia-Chef Rolf Buch der „Welt“ (Samstagsausgabe). „Allerdings vorläufig im Ergebnis, nicht insgesamt, weil wir davon ausgehen, die gestundeten Mieten irgendwann nachgezahlt werden, so wie es das Gesetz vorsieht“, so der Manager weiter.

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Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni dürfen Vermieter ihren Mietern nicht kündigen, wenn diese ihre Miete wegen krisenbedingter Einnahmeausfälle nicht zahlen können. Das sieht ein kurzfristig geänderte Regel im Mietrecht vor. Ob es finanzschwachen Haushalten tatsächlich gelingt, nach dem Ende des Shutdowns Mietrückstände von mehreren Monaten aufzuholen, sei „schwer zu sagen“, so der Vonovia-Chef weiter.

Er bekräftigte deshalb die Forderung von Immobilienwirtschaft und Deutschem Mieterbund nach einem staatlichen „Sicher-Wohnen-Fonds“, der Mieter und teilweise auch Vermieter finanziell unterstützen solle. „Wir als großes Unternehmen sind finanziell gut ausgestattet, aber bei den Kleinen wird das Liquiditätsproblem einfach verlagert, vom Mieter auf den Vermieter“, sagte Buch der „Welt“. Dann könnten diese „zum Beispiel ihre Handwerkerrechnungen nicht mehr bezahlen, und wir haben einen Dominoeffekt. Wenn am Ende sogar Kredite ausfallen, bekommen wir vielleicht auch noch ein Banken-Problem.“

Anders als etwa der zweitgrößte Wohnungskonzern Deutsche Wohnen, wolle Vonovia aber gestundete Mieten nicht generell erlassen. „Wir haben unseren Mietern zugesichert, dass wir für jeden eine Lösung finden. Und da denken wir über alle Maßnahmen nach“, so der Vonovia-Chef weiter. Ebenfalls im Gegensatz zu Deutsche Wohnen bleibe er bei der für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagenen Dividende: „Ohne Not einen Dividendenvorschlag zurückzuziehen, würde dem Vertrauen schaden. Wir haben im Moment die Liquidität, die vorgeschlagene Dividende zu leisten. Es gibt keinen Grund den Vorschlag zu ändern, der ja auf dem Ergebnis 2019 basiert“, sagte Buch der „Welt“.

Der Manager geht davon aus, dass der Staat wegen der krisenbedingten Neuverschuldung künftig weniger Mittel für sozialen Wohnungsbau aufbringen könnte. In die entstehende Lücke könnten Unternehmen wie Vonovia „mit Zugang zum Kapitalmarkt stärker eingebunden werden“, so Buch.

Wenn man die Grundstücke bekomme, könne man „da durchaus eine stärkere Rolle im sozialen Wohnungsbau spielen“, so der Vonovia-Chef.