Vor Schulöffnungen: Städtetag mahnt einheitliche Hygienevorgaben an

Vor den geplanten schrittweisen Schulöffnungen schlagen die Städte Alarm und appellieren an die Kultusministerkonferenz, sehr zügig gemeinsam mit den Kommunen einheitliche Hygienevorgaben zu erarbeiten. „Um die Schulen bis zum 4. Mai für den Schulbetrieb in Corona-Zeiten neu aufzustellen, brauchen wir sehr schnell klare Standards, die auch praktisch zu erfüllen sind“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Mittwochsausgaben). Man müsse „beispielsweise wissen, wie viele Kinder in einem Raum gleichzeitig unterrichtet werden dürfen“.

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Man habe die Kultusministerkonferenz (KMK) deshalb „dringend gebeten, die Städte rasch in die Entwicklung der Hygienepläne einzubeziehen“, so der Städtetag-Hauptgeschäftsführer weiter. Bisher liege dem Städtetag dazu noch kein Signal der KMK vor. „Wir stehen unter enormem Zeitdruck“, warnte Dedy.

Die erzielten Erfolge beim Infektionsschutz dürften „nicht verspielt werden“. Die Zeit für die Vorbereitung sei knapp. „Strenge Hygiene- und Schutzvorgaben nützen allerdings auch nichts, wenn knappe Güter wie Desinfektionsmittel nicht ausreichend verfügbar sind“, so der Städtetag-Hauptgeschäftsführer weiter. Die Lösungen müssten praktikabel sein.

Politik, Ministerien und Schulbehörden müssen abgestimmt vorgehen und im Dialog mit den Lehrenden, den Gewerkschaften, Eltern und Schülern einen umfassenden Gesundheits- und Infektionsschutz sicherstellen“, sagte Ilka Hoffmann, die im Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für das Thema zuständig ist, den Zeitungen. Wo dieser nicht zu gewährleisten sei, müssten „die Schulen geschlossen bleiben“. Die GEW sieht vor den Schulöffnungen eine Reihe Probleme – auch, aber nicht nur in Sachen Hygiene. „Während viele Bundesländer gerade über die Pflicht zum Mundschutz diskutieren, weil das Coronavirus nicht gebannt ist, denken einzelne Bildungsministerien darüber nach, Pädagoginnen und Pädagogen, die älter als 60 Jahre sind, in den Schulen einzusetzen“, kritisierte das GEW-Vorstandsmitglied.

Schulbehörden gäben – gerne über das Wochenende – neue Vorgaben heraus, „die an vielen Schulorten nicht umzusetzen“ seien. So werde beispielsweise eine Zahl von Waschbecken in der Schule angenommen, die nicht vorhanden sei. Auch eine regelmäßige, hygienische Reinigung von Oberflächen sei kaum zu organisieren. „Die Lehrenden, die in den Schulen arbeiten, die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern, werden meist nicht gehört“, sagte Hoffmann den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.