Vorstandsvorsitzender verlässt das Klinikum Augsburg

Der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Augsburg Alexander Schmidtke wird nach Auslaufen seines noch bis Ende 2019 datierten Vertrages als Hauptgeschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Regiomed Kliniken GmbH nach Coburg wechseln .

2016-07-15-Grunsteinlegung-Anbau-West-–-23-klinikum-Schmidtke Vorstandsvorsitzender verlässt das Klinikum Augsburg Augsburg Stadt Gesundheit News Klinikum Augsburg | Presse Augsburg
Alexander Schmidtke verlässt das Klinikum 2019 | Foto: Wolfgang Czech

„Meine Zeit in Augsburg ist durch herausfordernde und interessante Phasen geprägt. Nachdem wir einen wirtschaftlich stabilen Kurs finden und halten mussten, geht es nun vor allem auch um die vielen Veränderungen auf dem Weg hin zur Universitätsklinik Augsburg. Diesen Aufgaben widme ich mich gerne und leidenschaftlich – immerhin ist das Klinikum Augsburg in Deutschland ein Leuchtturm guter Gesundheitsversorgung in öffentlicher Hand. Wenn wir dann 2019 Uniklinik sind, ist vieles geschafft – für mich kommt damit der richtige Zeitpunkt, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen“, so Alexander Schmidtke über seine beruflichen Pläne.

Die Regiomed Kliniken in Coburg gelten in Fachkreisen als Blaupause für innovative Versorgungsmodelle bei regional sehr unterschiedlicher demografischer Entwicklung. Als einziger kommunaler Klinikverbund in Deutschland bietet Regiomed medizinische und pflegerische Versorgung über Landesgrenzen hinweg. Vom eher urban geprägten wirtschaftsstarken Coburg in Franken bis weit in den dünn besiedelten Thüringer Wald hinein unterhält Regiomed Krankenhäuser, Medizinische Versorgungzentren, Rettungsdienste, Rehaeinrichtungen und Pflegeheime. „Wir sind hier in Augsburg und Schwaben ja auch mit der Herausforderung konfrontiert“, meint Schmidtke, „wie wir die Hochleistungsmedizin an unserem Klinikum in vernünftigen Einklang bringen mit den Erfordernissen der medizinischen Grundversorgung, wenn es z. B. in eher ländlichen Gebieten zusehends an niedergelassenen Ärzten mangelt. Deswegen setze ich mich in Augsburg auch weiterhin für eine regionale Versorgungskonferenz ein.

Zum Aufbau und Umwandlung zur Universitätsklinik Augsburg

„Der Dreiklang bauliche Generalsanierung im lfd. Betrieb, der Aufbau der neuen Strukturen für eine Universitätsklinik und die wirtschaftliche Betriebsführung im Bereich der medizinischen Versorgung ist eine Herkulesaufgabe, die wir weiterhin meistern werden, so Schmidtke. Lange Jahre wirtschaftete das Klinikum Augsburg defizitär, aber seit 2011 steht eine knappe schwarze Null in der Bilanz und in den nächsten Jahren muss die Innenfinanzierungskraft gesteigert werden, damit mehr Eigeninvestitionen geleistet werden können und das Universitätsklinikum auch eigene Gestaltungsspielräume hat, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Aus Sicht von Schmidtke bleibt kein anderer Weg, als Prozesse und Strukturen einfacher und standardisierter zu gestalten, denn Lehre und Forschung können noch erfolgreicher sein, wenn auch die Patientenversorgung mit hoher Qualität und Menschlichkeit wirtschaftlich erbracht wird.

Gute medizinische und pflegerische Versorgung für alle, regional verzweigt, aber auf wirtschaftlich stabiler Grundlage – das ist eine der großen Zukunftsherausforderungen. Bei Regiomed hat man sich dem bislang beherzt gestellt, das führe ich gerne weiter.“

Schmidtke unterstreicht, dass die Entscheidung für Regiomed keinerlei Einfluss auf sein Engagement am Klinikum Augsburg haben wird, solange sein Vertrag hier läuft. „Regiomed wird mit Joachim Bovelet von einem Topmanager geführt, und das wird so bleiben, bis ich meiner Nachfolge in Augsburg ein geordnetes Haus, eine gut funktionierende Uniklinik übergebe. Erst wenn ich meinen Verpflichtungen hier erfüllt habe, werde ich in Coburg den Staffelstab von Bovelet übernehmen.“

Joachim Bovelet ist einer der profiliertesten Klinikmanager in Deutschland, vor seinem Engagement in Franken und Thüringen hat er z. B. Deutschlands größten kommunalen Gesundheitskonzern Vivantes in Berlin erfolgreich geführt. Eher eine Fußnote dieser Entwicklung ist, dass Schmidtke mit dem Wechsel zu Regiomed an einen früheren Lebensmittepunkt zurückkehren wird. Er ist gebürtiger Oberfranke und wohnte 20 Jahre im Landkreis Coburg. Seine Familie lebt noch heute im fränkischen Lichtenfels, das zum Versorgungsgebiet von Regiomed gehört. „Es ist für mich schon von ganz besonderem Reiz, dass ich mich an meiner nächsten beruflichen Station für gute Gesundheit in meiner fränkischen Heimat einsetzen darf“, führt Schmidtke zu diesen persönlichen Aspekten aus.