„Was habt ihr gemacht? “| Witwe des getöteten Feuerwehrmanns sagt unter Tränen im Kö-Prozess aus

Nach einem von großem Medienrummel begleiteten Auftakt ging der Prozess vom „tödlichen Schlag am Königsplatz“ mit der Befragung der Zeugen weiter. Auch die Witwe des getöteten Feuerwehrmanns kam dabei bereits zu Wort.

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Drei junge Männer müssen sich vor Gericht verantworten Foto: Wolfgang Czech

„Was habt ihr gemacht?“, diese Frage, die die Witwe des am Nikolaustag vor einem Jahr am Augsburger Königsplatz durch einen Schlag getöteten Feuerwehrmanns stellte, wird in den kommenden Tagen im Fokus des Prozesses der Jugendkammer am Augsburger Landgericht stehen.

Der große Medienrummel um den Prozess vom „tödlichen Schlag am Königsplatz“ ist vorbei. Das Gericht konnte nun wieder unter normalen Bedingungen weiterarbeiten. Der Vorsitzender Richter Lenart Hoesch wird in den nächsten Tagen Zeugen zum Tathergang am Königsplatz befragen. Die Zeugenbefragungen sollten vor allem Licht ins Dunkel bringen: Was geschah unmittelbar vor und während der Tat zwischen dem getöteten 49-Jährigem, dessen Freund und der Gruppe Jugendlicher, von der sich nun drei junge Männer vor Gericht verantworten müssen? Zeugen konnten da nur Momentfragmente liefern. Konkreter wurden die Angaben der Zeugen, für den Zeitpunkt als der Feuerwehrmann schon am Boden lag und sein Freund schwerverletzt nach Attacken in der Menschengruppe taumelte.

Auch die Witwe des Getöteten wurde am Donnerstag bereits befragt. Die Frau, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, sagte aufgelöst und weinend aus. Sie und ihre Freundin hätten vom Tathergang selbst nichts mitbekommen, weil sie ihren Männern schon auf dem Weg zum Taxi voraus gegangen waren. Als sie nach dem Verbleib der Männer schauen wollte, sah sie ihren Mann schon bei einer Menschentraube am Boden liegen. Sie fuhr schreiend dazwischen und es fielen Worte wie: „Was willst du…? Was habt ihr gemacht?“. Sie stellt damit die Frage, die es in den kommenden Tagen zu beantworten gilt.

Zeugin schilderte letzten Atemzug

Sehr beindruckend war auch das Zeugnis einer jungen Frau. Sie wollte sich dem durch einen Schlag zu Boden gegangenen Mann zuwenden. Sie sah, er hat noch geatmet. Seine Augen strahlten Fassungslosigkeit aus. Er drehte langsam den Kopf. Für die Witwe und weiteren Angehörigen sind es diese Aussagen, die diese Tage noch einmal besonders schwer machen.

Bedrückende Aussagen, die die Schwere des Moments und der Tat in den Justizpalast am Alten Einlaß tragen. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Noch sechs Sitzungen, dann will man zu einem Urteil kommen.

Wolfgang Czech/Dominik Mesch