Was wäre, wenn es morgen kein Wasser mehr gäbe?

Eine Frage mit der wir uns, wenn wir ehrlich sind, im Alltag doch eher selten beschäftigen. Schnell ist der Wasserhahn aufgedreht und man springt unter die morgendliche Dusche.

Wasser – ohne Zweifel ein wichtiges und kostbares Gut. Sicherlich mit ein Grund warum sich Augsburg für das UNESCO-Welterbe bewirbt. Passend dazu möchte das Staatstheater Augsburg mit Kollegen aus Südafrika ein Stück zum Thema Wasser mit dem Arbeitstitel „World Heritage / Sharitage: Water“ inszenieren. Das Stück wird durch Mittel aus dem TURN-Fonds der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Im November 2018 reiste die Augsburger Regisseurin Dorothea Schroeder mit Andreas Hilger (Autor) und einem ausgewählten Team nach Kapstadt.

Hier trafen sie auch auf Ihren neuen Kooperationspartner – das Figuren-Ensemble Ukwanda Puppet & Designs Art Collective, welches ihren Ursprung in der weltberühmten Handspring Puppet Company hat.

In Südafrika konnten sie viele Eindrücke sammeln. Nicht immer fanden sie die schöne heile Welt vor, die wir gerne mal mit Kapstadt und Südafrika verbinden. Gibt es in den Reichenviertel Wasser gern im Überfluss, so müssen die Bewohner in den Armenviertel sog. Townships mit Kanistern für ihr Trinkwasser anstehen.

Andreas Hilger war sehr beeindruckt und bewegt u. a. von dem Städtchen Barrydale. Der dort fließende Fluss dient vielen Grundbesitzern als „Waschanlage, Abfluss“ ungeachtet, dass genau dieser Fluss die einzige Heimat des Redfin (Fisch) ist.

Die Ideen sollen beidseitig sprudeln. Und dies funktioniert am besten wenn man Land und Leute zusammenbringt. In diesem Fall auch Flüsse, Seen und Brunnen auf die Sightseeingtour ganz oben stehen hat. Daher durften die Augsburger viele Flugstunden später auch endlich die südafrikanischen Künstler in Deutschland begrüßen.

JPF6625 Was wäre, wenn es morgen kein Wasser mehr gäbe? Augsburg Stadt Kunst & Kultur News | Presse Augsburg
Thomas Prazak, Thando Doni, Sipho Ngxola, Hinten von links nach rechts:Lyuanda Nogodlwana, Karoline Stegemann, Siphokazi Mpofu | Foto: Jan-Pieter Fuhr

Mitte Februar fand im martini Park ein Come-Together statt. Die Schauspieler und die Puppenspieler konnten sich das erste Mal persönlich kennenlernen und ließen den kreativen Strom sofort freien Lauf.

Der Schauspieler Thomas Prazak ist auch schon sehr gespannt auf die Zusammenarbeit. An so einem Projekt nimmt man schließlich nicht jeden Tag teil.

Es bleibt noch offen, in welcher Sprache das Stück aufgeführt wird. Auch ist möglich, dass die Schauspieler mit den Puppen so intensive Bilder erschaffen, dass diese für sich sprechen.

Im Juli 2019 wird das ganze deutsche Ensemble nach Südafrika fliegen. Sie können nochmals die beeindruckenden Puppen in Lebensgröße, welche teils nur von Stoffen und Rohren zusammengehalten werden, bewundern und gemeinsam weiter am Stück arbeiten.

Die Proben werden auf beiden Kontinenten stattfinden. Die Uraufführung in Südafrika ist nach der Spielzeit in Augsburg für 2020 geplant.

Man darf gespannt sein wie diese zwei Quellen aus Schauspielern und Puppen in einem Stück ineinanderfließen.

Filipa zu Silbersee