Weitere Gemeinschaften treten dem Runden Tisch der Religionen bei

Dass unterschiedliche Religionsgemeinschaften in einem friedlichen und konstruktiven Dialog miteinander stehen ist keine Selbstverständlichkeit. Auch nicht in der Friedensstadt Augsburg. Hier hat jedoch das Bemühen um einen respektvollen Umgang vor einigen Jahren zum Zusammenschluss des Runden Tisches der Religionen geführt. Er wurde von der Stadt Augsburg initiiert, getragen und organisiert wird er von den beteiligten Religionsgemeinschaften. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder, die sich in der Gastgeberrolle abwechseln, um sich auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten vorzubereiten. Der Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl begleitet das Gremium: zwei- bis dreimal jährlich gibt es auf seine Einladung hin zusätzliche Zusammenkünfte im Turmzimmer des Augsburger Rathauses.2016-02-22Runder-Tisch-der-Religionen-Augsburg-Kopie-2 Weitere Gemeinschaften treten dem Runden Tisch der Religionen bei Kunst & Kultur News Politik Friedensstadt Augsburg Runder Tisch der Religionen | Presse Augsburg

In den letzten Jahren hat sich die Institution von einem lockeren Zusammenschluss immer mehr zu einem öffentlich beachteten und gefragten Gremium entwickelt. Es gehören ihm inzwischen 11 Religionsvertreter*innen an. Unlängst wurden zwei neue Mitglieder in den Kreis aufgenommen: Wolfgang Krauß als Vertreter der Freikirchen sowie Nizar Kahlil und Raschid Khidir vom Ezidischen Kulturverein als jesidische Abordnung. Beteiligt sind neben dem OB derzeit außerdem der Kulturreferent Thomas Weitzel, für den wissenschaftlichen Bereich Prof. Dr. Elisabeth Naurath von der Universität Augsburg (Institut für Evangelische Theologie) sowie die Leiterin des Friedensbüros Christiane Lembert-Dobler. Das Friedensbüro koordiniert die Termine des Runden Tisches der Religionen und bereitet diese vor.

In der Vergangenheit ist der Runde Tisch der Religionen immer wieder mit gemeinsamen Aktivitäten an die Öffentlichkeit getreten. Zuletzt mit einem Spendenaufruf für die Opfer von Gewalt in Syrien und Irak sowie mit öffentlichen, multireligiösen Friedensgebeten – jüngst aus Anlass der Terroranschläge von Paris im November 2015 unter dem Motto „Wir weigern uns, Feinde zu sein“. Nun vollzog das Gremium einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung: Damit sich sowohl die Öffentlichkeit als auch bestehende und potentielle neue Mitglieder besser orientieren können, wurden die Ziele und Grundideen des Zusammenschlusses schriftlich formuliert und zu einem gemeinsamen Selbstverständnis zusammengefasst. In der Einleitung der Erklärung heißt es:

„Oberstes Ziel des Runden Tisches der Religionen ist es, zum friedlichen Zusammenleben der Menschen in Augsburg beizutragen, Konflikte zu entschärfen, bei denen religiöse Faktoren eine Rolle spielen, sowie Verständnis für die Ausübung der unterschiedlichen Religionen in der Stadtöffentlichkeit zu wecken.“

In 10 Punkten gibt der Text einen präzisen Einblick in das Wirken des Runden Tisches. Was das Papier für die Friedensstadt Augsburg bedeutet, erklärt Christiane Lembert-Dobler: „Der Runde Tisch der Religionen ist ein wichtiges Gremium des Austauschs und damit ein Zeichen für das friedliche Miteinander im multireligiösen Augsburg. Mit der Selbstdefinition bringen die Mitglieder des Runden Tisches ihr Engagement zum Ausdruck, den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften zu fördern und der Stadtgesellschaft bei Bedarf beratend zur Seite zu stehen.“

Das Papier „Ziele, Aufgaben und Strukturen des Runden Tisches der Religionen in Augsburg“ kann als PDF unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.augsburg.de/kultur/kulturthemen/frieden/