Weitere Todesfälle in Augsburg – Starke Coronawelle in den städtischen Senioreneinrichtungen noch nicht überwunden

Die Zahl der Todesfälle von Bewohnerinnen und Bewohnern Augsburger Senioreneinrichtungen, die zuvor laborbestätigt neben schwerwiegenden Erkrankungen zusätzlich mit COVID-19 infiziert waren, konnte nicht aufgehalten werden.

Symbolbild: Wolfgang Czech

Lage im Seniorenzentrum Lechrain

Die letzten acht Tage mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenzentrums Lechrain mit aller Kraft gegen das Coronavirus vorgehen. 16 Bewohnerinnen und Bewohner verstarben, obwohl ihre Corona-Infektion laut der Laborwerte bereits überwunden war „Die Erfahrung zeigt, dass das Spektrum der Erkrankung sehr groß ist“, so Anja Wirth, Fachbereichsleitung Pflege der Altenhilfe: „Es gibt viele ältere Menschen, die gar keine Symptome zeigen, oder kaum erkranken, vielleicht einen rauen Hals und ein paar Erkältungssymptome haben.“ Dann gäbe es Menschen mit Fieber und einer deutlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit und auch mit eingeschränkten Lungenfunktionswerten.
Sechs der stark erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner erhielten zur Symptomlinderung eine Sauerstofftherapie, das als assistiertes Verfahren bei der Atmung unterstützt und ärztlich angeordnet wurde.

Die Sorge um die Bewohnerinnen und Bewohner und die vielen Todesfälle haben unsere Mitarbeitenden psychisch sehr beansprucht“, sagt Werkleiterin Susanne Greger. Man wolle dem Pflegefachpersonal helfen mit seelsorgerischer Unterstützung und anderen psychischen Entlastungsangeboten. Aktuell sind im Seniorenzentrum von 51 positiv getesteten Bewohnerinnen und 30 Bewohnern ohne Symptome. Ein Bewohner ist im Krankenhaus und zwei leiden an einer schweren Symptomatik. Bereits seit Wochen werden Mitarbeitende im Haus Lechrain nach freien Tagen einem PoC-Schnelltest und zusätzlich einem PCR-Test unterzogen. Um die Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen werden in allen Einrichtungen der Altenhilfe konsequent Schutzausrüstungen für die Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. „Die Schutzausrüstung muss auch zum Einsatz kommen, wenn Pandemiezonen wieder aufgelöst werden“, so Werkleiterin Greger. Im Seniorenzentrum Lechrain konnte für einen Wohnbereich mit 28 Pflegeplätzen jetzt Entwarnung gegeben und der Pandemiestatus aufgelöst werden. Die überwiegend dementiell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits die Infektion durchgemacht haben, haben sich gut erholt.

Lage im Paritätischen Hospital-Stift

Das Corona-Infektionsgeschehen hatte sich auch im Hospital-Stift im November stark gehäuft. Jetzt hat die Einrichtung, so berichtet Eirichtungsleiter Michael Meier, nochmals sieben Bewohnerinnen und Bewohner vermelden müssen, die mit ernsthaften Vorerkrankungen am Coronavirus verstorben sind. Die Betroffenen waren durchschnittlich zwischen 78 und 98 Jahren alt und litten an Vorerkrankungen. „Hoher Blutdruck, Diabetes und Krebserkrankungen waren besonders häufig die Ursache des Versterbens“, sagt Meier. Die Zahl der Neuerkrankungen mit Covid-19 stagniert langsam. „Sorgen machen uns vier Bewohnerinnen und Bewohner, die anhaltend bereits über Tage eine schwere Symptomatik zeigen“, so Meier. Aktuell sind 20 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Aktuell wurden als Schutzmaßnahme nochmals 39 Bewohnerinnen und Bewohner getestet.

Lage im Seniorenzentrum Servatius

Das Seniorenzentrum Servatius hat derzeit 17 positiv getestete Bewohnerinnen und Bewohner. Das Infektionsgeschehen betrifft hier überwiegend einen Wohnbereich mit einer Wohngruppe von dementiell erkrankten Menschen. Die aktuelle Isolationsanordnung des Gesundheitsamtes für den Wohnbereich 2 geht bis zum
7. Dezember 2020. Um einen möglichen Übertragungsweg von Covid-19 auszuschließen, nahmen am Dienstag dieser Woche wieder 60 Mitarbeitende des Hauses an einer PCR-Testung teil.

Lage im Sparkassen-Altenheim

Im Sparkassen-Altenheim sind derzeit 8 Bewohnerinnen und Bewohner mittels PCR-Test als Covid-19-positiv ermittelt worden, wobei 7 von ihnen keine Symptomatik einer Erkrankung zeigen. Ein Bewohner musste in ein Krankenhaus verlegt werden.

Lage im Sander-Stift

Auch im Sander-Stift konnte ein Infektionsgeschehen fast vollständig vermieden werden. Hier wurden insgesamt sechs Bewohnerinnen und Bewohner mittels Schnelltest ermittelt, die an Covid-19 erkrankt sind. Keiner von ihnen zeigt Krankheitsanzeichen.

Professionelle Schutzmaßnahmen in allen Senioreneinrichtungen

„Die Senioreneinrichtungen haben seit mehreren Monaten alle Anstrengungen unternommen und Konzepte umgesetzt, um zu verhindern, dass es zu Corona-Ausbrüchen in den Einrichtungen kommt“, teilte Werkleiterin Susanne Greger mit. „Dennoch muss man damit rechnen, dass wir bei einem derartigen dynamischen Infektionsgeschehen, wie wir es aktuell in Augsburg haben – auch wenn hier gut und professionell gearbeitet wird – nicht verschont bleiben werden.“ Um dem Infektionsgeschehen entgegenzuwirken wurden zusätzliche Maßnahmen für alle fünf Senioreneinrichtungen erlassen. Zu den bereits bestehenden Regeln im Bereich der Hygiene ist das Personal der Einrichtungen zum Tragen einer FFB2-Maske verpflichtet. „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um gravierende Folgen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner abzuwenden“, macht Greger deutlich.