Es passiert immer wieder, dass es zu einem Streit zwischen Mieter und Vermieter kommt. Oftmals geht es bei dem Streit um die Kaution, die vom Mieter verspätet oder unvollständig an den Vermieter gezahlt wird oder die der Vermieter verspätet oder gar nicht zurückzahlt. Wer hat welche Ansprüche und was können Mieter tun, denen das Geld für eine Bar-Kaution fehlt?

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Symbolbild

Der Umzug in ein neues Zuhause ist immer mit einem organisatorischen Aufwand verbunden. Außerdem ist ein Umzug auch und eine Herausforderung, denn er ist mit einer langen Do-to-Liste verbunden, die abgearbeitet werden will. Hierbei ist eine gute Organisation und gute Vorbereitung gefragt, damit am Umzugstag kein Chaos ausbricht. Vor allem muss man in der Lage sein, sich schon vor dem Umzug um ausreichend viele praktische Umzugskartons zu kümmern. Sobald diese annähernd gefüllt sind, kann realistisch abgeschätzt werden, wie viele Umzugskisten und Möbel transportiert werden müssen.

Vor dem Umzug – die Mietkaution

Auf eine Mietsicherheit in Form einer Kaution können Vermieter nicht verzichten, denn sie tragen generell ein hohes wirtschaftliches Risiko bei einer Vermietung von Eigentum. Deshalb sichern sich Vermieter im Mietvertrag mit der Zahlung einer Kautionssumme gegen finanzielle Schäden oder Sachschäden ab. 

Die Kaution sollte in aller Regel bei Mietbeginn gezahlt werden. Mit diesem Geld kann sich der Vermieter absichern, wenn der neue Mieter seinen Pflichten im Mietvertrag nicht nachkommen sollte oder er dem Vermieter Mietzahlungen schuldig bleibt. Laut Gesetz (§ 551 BGB) darf die Kaution – ohne Betriebskosten- oder Heizkosten-Vorauszahlungen – höchstens drei Monatsmieten betragen. Gezahlt werden kann diese

  • per Überweisung – in diesem Fall muss das Geld auf ein Kautionskonto (Sparbuch oder Tagesgeldkonto) hinterlegt werden.
  • auf ein an den Vermieter verpfändetes Sparbuch.
  • durch eine Bankbürgschaft, bei der die Bank für den Mieter bürgt.
  • mit Bargeld an den Vermieter.
  • per Mietkautionsversicherung.

Barzahlung – Bei einer Barzahlung (Barkaution) wird dem Vermieter der Geldbetrag in bar übergeben. Der Vermieter ist verpflichtet, die Kaution zu den üblichen Konditionen auf einer Bank anzulegen und zwar mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist und zum aktuellen Zinssatz. Nach dem Ende des Mietverhältnisses muss die Kaution vom Vermieter schnellstmöglich zurückgezahlt werden. 

Ratenzahlung – Fehlt dem Mieter das Geld für eine Barzahlung der Kaution, so kann diese auch in drei Teilzahlungen geleistet werden. Die Zahlung der ersten Kautions-Rate muss zu Beginn des Mietverhältnisses geleistet werden und die folgenden beiden Ratenzahlungen dann mit den beiden nächsten Mietzahlungen.

Kündigungsgrund – Der Vermieter darf das Mietverhältnis fristlos kündigen, wenn sich der Mieter mit der Kautionszahlung mit zwei Monatsmieten im Verzug befindet (§ 569 BGB Abs. 2a BGB). Unwirksam wird diese außerordentliche Kündigung allerdings, wenn der Mieter die Zahlung rechtzeitig nachholt. Für die Kündigung bedarf es keiner vorherigen Abmahnung.  

Rückzahlung – Hat der Vermieter bei Auszug noch Forderungen an den Mieter, so kann er auch seinem Rückhaltungsrecht in Höhe der Forderung Gebrauch machen. Über diese Höhe muss er baldmöglichst abrechnen und darf sich keine drei oder sechs Monate Zeit dafür lassen.

Warum immer mehr Vermieter auf eine Mietkautionsversicherung setzen

Die Freude auf eine neue Wohnung oder ein neues Haus ist bei einem Umzug besonders groß: Neue Räumlichkeiten, neue Umgebung und im besten Fall zahlt man auch noch weniger Miete. Nur die Kaution kann die Freude trüben. Denn sie wird immer fällig und muss beim Vermieter hinterlegt werden und ohne Mietsicherheit gibt es häufig keinen Mietvertrag.

Auch wenn die Absicherung durch eine Kaution an den Vermieter verständlich ist, ist sie für viele Mieter eine erhebliche finanzielle Belastung. Wer über wenig finanziellen Spielraum verfügt und sein Geld in den Umzug stecken muss, gerät leicht in Schwierigkeiten, die Mietkaution zu leisten. Eine beste Alternative ist daher eine Mietkautionsversicherung. 

Sie ist sowohl für den Mieter eine gute Lösung, der die Zahlung einer Mietkaution spart, als auch für den Vermieter. Denn er muss sich keine Gedanken machen, wie er die Kaution des Mieters anlegt. Außerdem kommt der Vermieter bei einer berechtigten Forderung und schnell zu seinem Geld, ohne dass die Rechtmäßigkeit oder die Auszahlungsberechtigung überprüft wird. Daher legen immer mehr Vermieter ihren Mietern nahe, eine Mietkautionsversicherung abzuschließen. 

Sie wird im Sinne des § 551 BGB aus dem Mietverhältnis abgeschlossen und ist eine Art Bürgschaft. Die Mietkautionsversicherung funktioniert so: Der Mieter zahlt entweder eine jährliche oder monatliche Prämie an die Versicherung und bekommt im Gegenzug eine Bürgschaftsurkunde für seinen Vermieter als Mietsicherheit. Die Mietkautionsversicherung tritt für Leistungen aus dem Mietverhältnis ein – unter anderem beispielsweise fehlende Miet- oder Nebenkostenzahlungen, Sachschäden und Renovierungen, die vom Mieter verursacht wurden.