Weltärztepräsident Montgomery: „Natürlich helfen Masken alleine durch den mechanischen Schutz“

Der Weltärztepräsident, Frank Ulrich Montgomery, hatte jüngst bei 20 000 Neuinfektionen am Tag einen zweiten Lockdown gefordert. Auf die Frage, ob ihm die wirtschaftlichen negativen Folgen eines bundesweiten Lockdowns bewusst seien, äußerte er sich heute gegenüber ntv.08843A17 Da1D 4Ca5 853A 5A8Feb37Ee31

„Natürlich sind die mir bewusst. (…) Wir würden ja heute keinen generellen Lockdown für ganz Deutschland mehr machen, aber wir müssen unsere Strategie dann ändern, wenn wir die einzelnen Infektionen nicht mehr nachverfolgen können und auf Cluster gehen, das heißt, wenn wir sagen, überall dort, wo Hotspots sind mit mehreren Menschen, die infiziert sind, wo wir die finden, da müssen wir deren gesamte Umgebung dann in eine Art Quarantäne oder in einen regionalen oder lokalen Lockdown schicken. (…) Wir haben es selber in der Hand übrigens, dass das nicht geschieht, indem wir uns vernünftig verhalten und es nicht zu diesem Anwachsen der Zahlen kommen lassen. Hier haben wir in den letzten Monaten versagt.“

 

… wie ein konkreter regionaler Lockdown seiner Meinung nach aussehen sollte:

„Das muss man sehr von der lokalen Situation abhängig machen. Restaurants schließen, das glaube ich, wird eine der ersten Maßnahmen sein. Dass man die Maskenpflicht intensiver beachten soll und dass man Hygienevorschriften mehr beachten soll, das wird dann auch sehr wichtig werden. Treffen im Freien wird es dann nicht mehr geben und vergessen Sie bitte nicht, in allen Ländern um Deutschland herum gibt es inzwischen nächtliche Ausgangssperren. Das alles geschieht nicht ohne Grund und ich sage es nur nochmal: Das sind alles Hilfsmaßnahmen des Staates, weil wir als Bevölkerung diese Erkrankung zu leichtnehmen.“

 

… als Antwort auf die Aussagen des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der den Nutzen von Alltagsmasken infrage gestellt hat:

„Ich habe mit Klaus Reinhardt früher lange darüber gesprochen. Ich glaube, er ist überinterpretiert und fehlinterpretiert worden. Natürlich helfen Masken alleine durch den mechanischen Schutz, ich glaube, das kann sich jeder ganz einfach vorstellen. Wir sind aber gemeinsam der Meinung, dass es eigentlich nicht Alltagsmasken sondern richtige medizinische Masken, sogenannte FFP2-Masken, für die ganze Bevölkerung bräuchte. Würden wir alle immer sechs Wochen lang, Tag und Nacht diese Masken tragen, dann wäre die Infektion in Deutschland ziemlich schnell komplett gebannt.“

 

… auf den Vorschlag Christian Drostens einer altersspezifischen Betrachtung der Infektionen:

„Das halte ich alles für klug. Es ist in der Tat komplett richtig, auch was Herr Streek sagt, diese einseitige Fixierung auf einen einzigen Wert, die hilft in der Medizin nicht schrecklich viel weiter. Man muss das gesamte Bild betrachten, also die Inzidenz der Neuinfektionen, den sogenannten R-Faktor, auch die altersspezifischen, abgestuften Inzidenzfaktoren – das muss man alles zusammen betrachten und dann muss man daraus ein Bild machen. Das ist regional und lokal völlig unterschiedlich. Es macht in der Tat überhaupt keinen Sinn, auch wenn Sie im Berchtesgadener Land eine ganz hohe Inzidenz in den Ortschaften haben, im Wald müssen Sie deswegen noch keine Maske tragen.“