WELTBILD | Ein runder Tisch bringt Hoffnung für eine Zukunft

Am heutigen Nachmittag fand im Augsburger Rathaus auf Einladung der Stadt ein runder Tisch zur Zukunft des insolventen Weltbild-Verlags statt. Die bayerische Staatskanzlei verlieh dem Thema durch die Anwesenheit der beiden Ministerinnen Ilse Aigner (Wirtschaft) und Emilia Müller, sowie des Finanzstaatssekretärs Johannes Hintersberger ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.

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Ministerin Müller strahlte Zuversicht für die Belegschaft aus | Foto: Dominik Mesch

Die beiden Staatsministerinnen informierten sich in dieser frühen Phase der Insolvenz bei den Vertretern der Stadt, der Kirche als Weltbild-Eigner, der Belegschaft und auch bei dem bereits bestellten Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz über den aktuellen Stand und die geplante Vorgehensweise. „Uns war es wichtig die Botschaft zu schicken, dass die bayerische Staatsregierung ein großes Interesse daran hat, alles zu unterstützen was eine zukunftsfähige Lösung zur Fortführung des Betriebes bieten kann.“, so Aigner.

„Es war ein sehr offenes Gespräch. Wir konnten uns ein Bild über die derzeitigen Fakten machen, die sicherlich noch nicht vollständig sind. Wir nehmen den Eindruck mit, dass alle mit Hochdruck daran arbeiten, Möglichkeiten zu schaffen um die Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und die Ausbildungsplätze zu erhalten. Uns geht es darum den Mitarbeitern zu signalisieren, wir sind für sie da. Auch für die Investoren wäre es von Vorteil, wenn der Geschäftsbetrieb weiter geführt werden kann.“, so Staatministerin Müller. „Die Löhne, auch für die nächsten beiden Monate sind gesichert. Dies ist wichtig für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihre Familien“

Das erklärte Ziel aller Teilnehmer ist die umfassende Fortführung von Weltbild, um die Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten. Der Insolvenzverwalter arbeitet bereits jetzt an der Festigung von Kunden- und Geschäftsbeziehungen, sowie an der Beschaffung eines Massekredits zur Betriebsfortführung. Der bisherige Gesellschafter, die katholische Kirche, wird nach aktuellem Stand mit einem Darlehen in Höhe von 65 Millionen Euro, als mittelbarem Kredit zum Nutzen der Belegschaft bereitstehen. „Die Gespräche mit der Kirche sind bereits sehr weit fortgeschritten.“ so  Geiwitz.

Doch auch der Insolvenzverwalter konnte heute noch kein vollständiges Bild der Lage wiedergeben. Er bekräftigte aber, dass für einen Fortbestand der gesamten Gruppe gekämpft wird. „Wir sind der Meinung, dass Weltbild als Gruppe aus Onlineversand und stationärem Handel, eine Chance hat. Wir wollen die Gruppe zusammenhalten. Der Buchhandel in Deutschland ist sicherlich ein schwieriger Markt, aber auch in schwierigen Märkten gibt es Lösungen.“

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An diesen Lösungen möchte auch die Belegschaft des Buchhändlers mitarbeiten und vertraut dabei auf die Unterstützung der Politik und appelliert  an die Verantwortung der bisherigen Gesellschafter.

Ministerpräsident Seehofer hatte eine Bürgschaft des Freistaats in Aussicht gestellt, Finanzstaatssekretär Hintersberger stellte dazu klar: „Wenn eine tragfähige Konzeption für eine Fortführung vorliegt, dann wird diese Möglichkeit, die es seitens des Freistaats  in so einem Fall gibt, geprüft. Die Aussage des Ministerpräsidenten: „Wir werden helfen. Aber nicht für die Abwicklung der Vergangenheit.“ Es werden auch andere Hilfestellungen geprüft werden. Daran ist auch der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Prälat Beer interessiert. „Natürlich lässt es keinen unberührt, wenn man erfährt, das Menschen die sich für ein Unternehmen eingesetzt haben, und im Sinne der Kirche gearbeitet haben ihren Arbeitsplatz verlieren und vor schwierigen persönlichen Situationen stehen. Diese Sorgen, diese Angst muss man ernst nehmen. Aus dieser Sorge um die Mitarbeiter wollen wir die beste Lösung finden, damit diese Menschen eine Zukunft haben.“

An eben dieser Zukunft muss in den kommenden Tagen und Wochen hart gearbeitet werden. Die Zahlung des Insolvenzgeldes ist bis Ende März gesichert. Bis dahin muss ein Konzept stehen.