Früher oder später sind die eigenen Eltern und Großeltern aufgrund ihres Alters im Alltag eingeschränkt. Oder der Partner erleidet einen Schlaganfall und nichts ist mehr wie zuvor. Auch ein unvorhersehbarer Unfall kann das Zusammenleben von einem Tag auf den nächsten vollkommen auf den Kopf stellen. Plötzlich muss man für Angehörige Pflegestufe und Pflegegeld beantragen. Bis diese bürokratischen Hürden überwunden sind, muss die Pflege erstmal selbst übernommen werden. Dann können Angehörige von einer Pflegekraft oder einem Pflegeheim unterstützt werden. 

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Pflegebedürftige in Deutschland werden hauptsächlich zuhause versorgt. | Bild: sabinevanerp via pixabay.com

Die 24-Stunde-Pflegekraft für zuhause

Die meisten älteren Menschen wollen ihren Lebensabend zuhause verbringen. Schließlich verbinden sie mit diesem Ort wertvolle Erinnerungen. Zudem können sie im Eigenheim ihren Alltag und ihren Wohnraum so gestalten wie sie möchten. Bei gewissen Einschränkungen ist jedoch Unterstützung notwendig – entweder durch Kinder, Enkel oder Pflegekräfte. So kann zum Beispiel eine polnische Pflegekraft das Wohnen im gewohnten zuhause weiterhin ermöglichen. Gleichzeitig können die Angehörigen ihrer Erwerbstätigkeit oder Ausbildung nachgehen. Auf diese Weise kann die Familie immer noch zusammenwohnen und der Alltag bleibt bewältigbar. Zur Wahl stehen Pflegekräfte, die entweder mehrmals pro Woche für einige Stunden anwesend sind oder 24-Stunden-Pflegekräfte. Doch nicht nur die Familienangehörigen profitieren von der Unterstützung durch Pflegepersonal. Denn die Pflegebedürftigen erhalten eine 1:1-Betreuung. Ein dermaßen gutes Verhältnis von Pflegebedürftigen zu Pflegekräften gibt es in keinem Pflegeheim. 

Angehörige selbst pflegen

Einige Pflegebedürftige werden ausschließlich von Familienmitgliedern versorgt. Je nach Pflegegrad müssen sich Angehörige bewusst sein, dass sie dafür ihre Erwerbstätigkeit aufgeben müssen. Damit trotzdem ein gesichertes Einkommen besteht, kann um finanzielle Unterstützung angesucht werden. Neben der Organisation des Einkommens sind pflegende Angehörige jeden einzelnen Tag des Jahres 24 Stunden lang für ihre Liebsten verantwortlich. Das kann über längere Zeit zu einer enormen psychischen Belastung führen. Gerade weil die Pflegenden so sehr auf das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen achten, vergessen sie häufig auf sich selbst zu achten. Hierbei können psychologische Unterstützungsangebote hilfreich sein. Zudem können medizinische Kenntnisse notwendig sein, beispielsweise für den Umgang mit Bettlägerigen und die individuelle Medikamentenverabreichung. Wer sich dafür entscheidet, die Angehörigen selbst zu pflegen, sollten sich von einer Pflegekraft in die Handhabung von Medikamenten und anderen medizinischen Hilfsmitteln einführen lassen. 

Notwendige Pflege-Ausstattung für zuhause

Eine Erhebung der Pflegebedürftigen in Deutschland zeigt, dass die Mehrheit zuhause durch Angehörige und / oder Pflegekräfte versorgt werden. In beiden Fällen muss zuhause dieselbe Ausstattung wie in einem Pflegeheim vorhanden sein. Dazu gehören ein Pflegebett, ein Duschsitz und eine Gehhilfe. Ein Pflegebett ist höhenverstellbar, sodass die Pflegekraft den Patienten oder die Patientin besser behandeln kann. Falls sich die betreffende Person nur noch schwer aufsetzen kann, kann ein Griff zum Hochziehen angebracht werden. Bei Bedarf können die Seiten eines Pflegebettes aufgestellt werden, sodass die darin schlafende Person nicht aus dem Bett fallen kann. Ist die Gehfähigkeit eingeschränkt, sind ein Rollator oder ein Treppenlift notwendig. Für die tägliche Körperpflege wird ein Duschsitz benötigt. 

Aufenthalt in der Kurzzeitpflege

Oftmals brauchen pflegende Angehörige Unterstützung, da sie einen Termin wahrnehmen müssen oder selbst mal eine Pause für die psychische Gesundheit benötigen. In diesem Fall kann ein Platz zur Kurzzeitpflege beansprucht werden. Pflegebedürftige werden dann für mehrere Stunden oder Tage in einem Pflegeheim versorgt. Auch wenn eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands oder ein Sturz auftritt, kann die kurzzeitige Versorgung in einem Pflegeheim notwendig sein. 

Im Pflegeheim wohnen 

Obwohl viele pflegende Angehörige fachliche Unterstützung benötigen, können nicht alle Pflegebedürftigen in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden. Dies hat vielfältige Gründe. Häufig sind die Kosten ausschlaggebend. Erst kürzlich sind die Pflegeheimkosten empfindlich gestiegen – um ganze 21 Prozent. Bekommen Angehörige keine ausreichende finanzielle Hilfe, kann die Pflege zuhause die günstigere Option sein. In anderen Fällen können Pflegebedürftige aufgrund langer Wartezeiten oder zu wenigen Pflegeplätzen (noch) nicht in einem Pflegeheim betreut werden. Solange Pflegebedürftige ihren Alltag mit etwas Unterstützung noch selbst bewältigen können, ist das betreute Wohnen eine gute Alternative zum klassischen Pflegeheim. 

Fazit

Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen – aufgrund des Alters, einer Krankheit oder eines Unfalls. Angehörige und / oder Pflegekräfte können die Versorgung im eigenen zuhause übernehmen. Auf diese Weise können Ältere und Kranke ihren Lebensabend zusammen mit der Familie und in ihrer gewohnten Umgebung verbringen. Aber es können auch die Kurzzeitpflege oder das langfristige Wohnen im Pflegeheim in Anspruch genommen werden.