Die Derbys gegen Wasserburg haben Tradition und sind für ihre Spannung und Qualität bekannt. Und am Wochenende ist es wieder soweit: It‘s Derbytime! Das einzig verbleibene Bayernderby in der 1. Liga. Die XCYDE Angels treten am Sonntag die Reise zum Konkurrenten Wasserburg an den Inn an.

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US-Girl Leslie Vorpahl, die Taktgeberin im Spiel der XCYDE Angels, meist hart bedrängt wie hier, aber fast immer davon unbeeindruckt und Herrin der Lage. | Foto: Martin Fürleger

Theoretisch könnte man zum jetzigen Zeitpunkt den Nördlingern die Favoritenrolle zuteilen. Theoretisch. Denn dass Wasserburg ein Verein ist, der immer ganz oben mitspielt, ist unumstritten. Da schiebt man die ungeliebte Favoritenrolle wohl doch lieber den Oberbayern zu. Sie baut Druck auf und löst Erwartungen aus. Und immerhin kann der TSV auf so einige Titel in der Vergangenheit zurückblicken. Auch wenn sie die absolute Spitze nun schon zwei Jahre in Folge jemand anderem überlassen mussten, neigt man also immer noch dazu vom „großen Meister“ zu sprechen.

Umbruch in Wasserburg

Obwohl die Meisterschaft wieder ausblieb, gab es für die Oberbayern im Sommer etwas zu feiern. Leonie Fiebich wurde als Rookie der Saison ausgezeichnet und auch Sidney Parsons war in der Kategorie des besten Trainers nominiert. Umso größer war der Rückschlag, als sich Fiebich bei der U19-WM in Thailand einen Kreuzbandriss zuzog. Dazu laboriert auch Laura Hebecker noch immer an einer Knieverletzung. Anders sieht es auf internationaler Seite aus. Fast alle ausländischen Spielerinnen, darunter auch die ehemals in Nördlingen tätige Jennifer Schlott, haben den Verein verlassen. Lediglich die Slowenin Tina Jakovina, die den Angels im vergangenen Jahr ziemliche Probleme bereitete, hat ihren Vertrag bei Wasserburg verlängert. Selbstverständlich haben die Verantwortlichen des TSV für hochklassigen Ersatz gesorgt. Neben zwei US-Amerikanerinnen und einer Australierin verstärkt Nationalspielerin Svenja Greunke das Team und bildet nunmehr das bundesweit einmalige Svenja-Duo, zusammen mit dem Kapitän der Nationalmannschaft Svenja Brunckhorst, gewissermaßen einem Wasserburger Eigengewächs.

Die aus Freiburg zugewanderte Kelly Moten stellte ihre Qualitäten in den bisherigen Spielen auch schon eindrucksvoll unter Beweis. Zwei klare Siege zum Saisonauftakt gegen Hannover und Halle brachte das den Wasserburgerinnen ein und auch das Erreichen der nächsten Pokalrunde war eine klare Angelegenheit. Dann jedoch mussten sie zwei denkbar knappe und daher ärgerliche Niederlagen hinnehmen, noch dazu gegen die beiden Aufsteiger, erst Osnabrück zu Hause und dann auch noch in Heidelberg.

Die TSV-ler werden also alles daran setzen ihren angeknacksten Heimnimbus wieder aufzubauen und ihrem Publikum einen Derbysieg in der Badria-Halle zu bescheren. Doch auch die Nördlinger sind guter Dinge. Die neu entfachte Euphorie wird etliche Fans nach Oberbayern fahren lassen, auch wenn die benötigte Anzahl für einen Fanbus nicht zustande kam. Sonntag um 16 Uhr geht es zur gewohnten Zeit los. Endlich einmal wieder ein Sieg im bayerischen Derby, das wärs, noch dazu auswärts.

Katja Gerstmeyr