Wie sieht der Alltag in der Augsburger Stadtverwaltung in der aktuellen Corona-Zeit aus?

Die Corona-Pandemie hat große Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Einschneidende Maßnahmen wurden getroffen um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auch die Stadtverwaltung ist davon betroffen. Wir haben nachgefragt, wie aktuell bei der Stadt Augsburg gearbeitet wird.

Frank Pintsch Archivfoto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus haben Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens. Viele Unternehmen können aktuell nicht produzieren oder verkaufen. Bei der Augsburger Stadtverwaltung versucht man derweil den Betrieb weiterhin aufrecht zu halten. Wir haben dazu bei Stadtdirektor Frank Pintsch und Bernd Schneider, dem stellvertretenden  Leiter des Ordnungsamtes nachgefragt.

Wie sieht der Alltag in der Verwaltung aktuell aus, viele Einrichtungen haben ja für Spontantermine geschlossen? 

Stadtdirektor Frank Pintsch: Viele Dienststellen – z.B. Gesundheitsamt, Amt für Brand- und Katastrophenschutz, Informationstechnik, Personalamt, Ordnungsdienst, die Referate, Sozialverwaltung, Finanzverwaltung, Eigenbetrieb Altenhilfe, Bürgeramt – sind sehr intensiv mit der Bewältigung der Corona-Herausforderungen beschäftigt. Hier muss auch teilweise davon gesprochen werden, dass an der Belastungsgrenze gearbeitet wird, was vor allem die Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes betrifft.

Dienststellen, bei denen der Vor-Ort-Service aufgrund der Hygieneempfehlungen reduziert oder eingestellt wurde arbeiten daran, den Service anderweitig durch intensive Telefonberatung und Online-Services zu kompensieren. Dies wird allgemein gut angenommen. In Dienststellen wie den Bädern oder den Museen, die maßgeblich vom Personenkontakt abhüngen, finden in großem Umfang Revisions- und Aufarbeitungstätigkeiten statt. So werden z.B. die Inventarisierungen in den Museen maßgeblich vorangebracht.

Insgesamt gibt es bei der Stadt Augsburg zum jetzigen Zeitpunkt keine Dienststelle, die „stillsteht“. Die weitere Entwicklung hängt von den Entwicklungen bei den Beschränkungen ab. Soweit Personalkapazitäten in einer Dienststelle frei sind, werden diese an anderen Dienststellen eingesetzt – z.B. in den Bürgerhotlines oder zur Unterstützung des Gesundheitsamtes.

Allgemein lässt sich sagen: Bei der Stadt Augsburg wird unter Beachtung der Hygienestandards gearbeitet, um die öffentliche Daseinsvorsorge zu gewährleisten. Die Stadtverwaltung zeigt sich dabei als Stabilitätsfaktor in herausfordernden Zeiten.

Wie werden die Onlineangebote der Stadt Augsburg bezüglich der „Behördengänge“ angenommen? Gibt es hier Dinge, die noch kurzfristig durch die Stadt angeboten oder verändert werden müssen?

Bernd Schneider, stellv. Leiter des Ordnungsamtes: Spontanvorsprachen sind derzeit nicht möglich und auch nicht notwendig. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Online-Angeboten wurden flexibel Möglichkeiten geschaffen, Anträge auf dem Postweg, vor allem aber auch per Mail stellen zu können. Diese zusätzlichen Möglichkeiten werden sehr gut angenommen und vielfach genutzt. Das E-Mail-Aufkommen hat sich erheblich gesteigert. Weitere Verfahrensabläufe an die Ausnahmesituation anzupassen, sind derzeit nicht erforderlich.

Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter-/innen, die Parteiverkehr wahrnehmen?

Bernd Schneider: Soweit in Einzelfällen die persönliche Vorsprache zur Bearbeitung zwingend erforderlich ist, wird diese ermöglicht. Dazu werden individuelle Termine vereinbart. Die Bearbeitung erfolgt über einzelne Arbeitsplätze, die mit einer Schutzwand gegen Tröpfchenübertragung ausgestattet sind. Zudem wird auf höchstmögliche Sicherheit durch eine konsequente Einhaltung der Mindestabstände und Desinfektion geachtet.

Gibt es bei der Stadt Augsburg Homeoffice und wie viele Personen nehmen diese aktuell in Anspruch?

Frank Pintsch: Homeoffice-Möglichkeiten gibt es bei der Stadt Augsburg schon lange. Die Möglichkeiten dazu wurden in den letzten Wochen sprunghaft erweitert, so dass allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – soweit es die Tätigkeit zulässt – ein grundlegendes Homeoffice ermöglicht wird. Alle systemrelevanten Arbeitsplätze und Schnittstellen sind mit einem Homeoffice-Vollzugang ausgerüstet. Der Dienstbetrieb läuft auf diese Art und Weise gut und bringt auch die gebotene räumliche „Entzerrung“.

Einige Zahlen:  1.400 Personen haben bei der Stadt Augsburg den Homeoffice-Vollzugang; innerhalb von zwei Wochen wurden potentiell 4.000 Personen mit einem grundlegenden Homeoffice-Zugang versorgt; 540 Endgeräte als Mobile Arbeitsplätze sind eingerichtet.

Auch wurde als Kommunikations- und Videokonferenzmöglichkeit das Produkt Microsoft Teams für die entsprechenden Arbeitskreise eingerichtet, so dass eine durchgehende und ortsunabhängige Kommunikation möglich ist. Dies wird bereits erfolgreich praktiziert.

Die Tarifparteien des öffentlichen Dienstes haben sich auf die Möglichkeit der Kurzarbeit verständigt. Nimmt die Stadt Augsburg diese Option wahr oder ist dies angedacht?

Frank Pintsch: Die Stadt Augsburg prüft gerade, ob und in welchem Umfang die Anwendung des neuen Tarifvertrags in Betracht kommt. Soweit er einschlägig ist, ist  geplant, von den Möglichkeiten im erforderlichen Umfang Gebrauch zu machen – unter Wahrung der Interessen der Beschäftigten.

Vielen Dank für Ihre Zeit und weiterhin gute Gesundheit!

Die Fragen stellte Presse Augsburg-Redaktionsleiter Dominik Mesch