Wieder bis zu 10.000 Zuschauer bei überregionalen Sportveranstaltungen in Bayern möglich

In Bayern sind wieder bis zu 10.000 Zuschauer bei überregionalen Sportveranstaltungen möglich, außerdem sind wieder 50 Prozent Auslastung in kapazitätsbeschränkten Sportanlagen und bei Sportveranstaltungen erlaubt.

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Zuschauer auf der VIP-Tribüne in der WWK-Arena Augsburg mit Corona-gerechtem Abstand Archivfoto: Krieger

„In Bayern sind ab 27. Januar bei großen überregionalen Sportveranstaltungen wieder Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen. Die Obergrenze liegt dann bei bis zu 25 Prozent der Stadionkapazität oder maximal 10.000 Zuschauern“, so Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann zum Beschluss des Ministerrats.  Darüber hinaus können wieder mehr aktive Sportler als bisher an kapazitätsbeschränkten Sportveranstaltungen oder in Sporteinrichtungen teilnehmen.

Wie Herrmann erläuterte, komme die Obergrenze von 10.000 in bayerischen Sportstätten ohnehin nur für die Münchner Allianz-Arena mit einer Kapazität von rund 75.000 Plätzen und das Max-Morlock-Stadion mit einer maximalen Anzahl von rund 50.000 Plätzen in Frage. „Alle anderen Sportstätten in Bayern können sich an der 25 Prozent-Marke orientieren.“ Der Sportminister betonte, dass es im Übrigen auch für diese überregionalen Sportveranstaltungen bei den bestehenden Regeln bleibe. Für den Zutritt gilt weiterhin 2Gplus als Voraussetzung, innerhalb des Stadions besteht eine FFP2-Maskenpflicht und ein Alkoholverbot.

Auch die Steigerung der Auslastung von kapazitätsbeschränkten Sportanlagen oder Sportveranstaltungen erläuterte Herrmann an einem Beispiel: „Auf einem Eisplatz, auf dem normalerweise bis zu 600 Personen Schlittschuhfahren können, hatten nach der bisherigen Regelung in der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nur 25 Prozent, also 150 Personen, Zutritt. Künftig könnten dort maximal 300 Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufer unterwegs sein.“ Auch hier bleibe es darüber hinaus bei den bestehenden Regeln zur Sportausübung 2Gplus in Innenbereichen und 2G im Freien sowie bei der FFP2-Maskenpflicht in Innenbereichen und generell bei Veranstaltungen.

„Mehr Publikum, mehr Perspektive“: Auslastung von 50 Prozent ab Donnerstag in Kunst- und Kultureinrichtungen möglich

Kunstminister Bernd Sibler und die für die Kinos zuständige Digitalministerin Judith Gerlach sehen die heute vom Bayerischen Ministerrat beschlossene Anhebung der Auslastungsgrenze für den Kulturbereich auf 50 Prozent und die Möglichkeit, das Publikum mit reduziertem Abstand etwa nach dem Schachbrettmuster zu platzieren, als „einen wichtigen Schritt, der in die richtige Richtung weist“.

„Wir können Kunst und Kultur im wörtlichen wie im übertragenen Sinn wieder mehr Raum geben. Die neue Auslastungskapazität ermöglicht mehr Publikum und damit auch mehr Perspektive für unsere Kunst- und Kultureinrichtungen in Bayern, insbesondere für die kleineren Bühnen“, so Kunstminister Sibler. Er hatte sich gemeinsam mit Judith Gerlach in den vergangenen Wochen intensiv für diese Verbesserung eingesetzt. Beide betonen: „Unsere Kultureinrichtungen haben längst bewiesen, dass sie sehr gute und effektive Maßnahmen ergriffen haben, um die Ansteckungsgefahr auf ein Minimum zu reduzieren.“ Sibler und Gerlach stehen permanent im Austausch mit der Branche.

„Seit Beginn der Krise habe ich mich mit unserem Rettungsschirm für finanzielle Hilfen stark gemacht. Das ist aber nur die ökonomische Seite. Künstlerinnen und Künstler brauchen die Bühne. Mit den neuen Regelungen sorgen wir für mehr Auftrittsmöglichkeiten für unsere Künstlerinnen und Künstler und für ein größeres kulturelles Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger. Ich freue mich darauf, dass ein kulturelles Erlebnis mit mehr Menschen im Saal möglich ist“, betont Sibler.

Digitalministerin Gerlach erklärt: „Wir standen als Staatsregierung auch in der gesamten Pandemiezeit im engen Austausch mit der bayerischen Filmtheaterbranche. Wir haben die Kinos in der Pandemie von Anfang an konsequent finanziell unterstützt, beispielsweise mit Kinoanlaufhilfen und Filmtheaterprämien. Die heute von uns beschlossenen Lockerungsmaßnahmen sind ein weiterer wichtiger Impuls für die Kinobetreiber, damit sie wirtschaftlicher arbeiten können. Auch als Film-Fan freue ich mich persönlich, dass das einzigartige Kinoerlebnis wieder mehr Menschen gleichzeitig im Saal gemeinsam genießen können.“

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßt die heute verabschiedeten Erleichterungen bei den Corona-Maßnahmen in Bayern: „Wir haben im Ministerrat wichtige Erleichterungen in zahlreichen Lebensbereichen auf den Weg gebracht. Besonders wichtig ist, dass in allen Bereichen der Jugendarbeit wieder ein negativer Test genügt. Damit schaffen wir die wichtige soziale Teilhabe für die Heranwachsenden. Auch im Bereich des Führerscheins ist mit künftig generell 3G eine praxistaugliche Lösung gefunden, sowohl für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die bisher 2G erfüllen mussten, als auch beispielsweise für osteuropäische Lkw-Fahrer, deren Impfstoff in der EU noch nicht zugelassen ist, die aber in Bayern eine regelmäßige Führerschein-Nachschulung absolvieren wollen, was bisher nicht möglich war.“ und weiter: erleichtert darüber, dass die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vom Vortag keine Verschärfungen bringen: „Es war die richtige Entscheidung, keine weiteren Verschärfungen vorzunehmen. Bei Omikron müssen wir aufgrund der sich ständig ändernden Situation mehr als zuvor auf Sicht fahren. Dass wir heute dort angepasst haben, wo Bayern bisher strenger als die MPK-Beschlüsse war, ist deshalb eine folgerichtige Entscheidung. Nach wie vor sehen wir eine Entspannung der Intensivkapazitäten, können aber nicht ausschließen, dass bei den sprunghaft steigenden Infektionszahlen die Belegung der Normalbetten wieder zunimmt.“