Am Sonntag spazierten wieder zahlreiche Gegner der Corona-Maßnahmen durch die Augsburger Innenstadt, doch auch eine Gegenveranstaltung formiert sich.

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Foto: Christoph Bruder

Am Sonntagabend versammelten sich etwa 160 Menschen am Königsplatz, um gemeinsam gegen Verschwörungsmythen und für ein solidarisches Krisenmanagement zu demonstrieren. Das Bündnis „Augsburg Solidarisch“ rief zum Gegenprotest zu den zeitgleich stattfindenden, unangemeldeten Spaziergängen der selbsternannten „Corona-Rebellen“ auf. Schon in den letzten Wochen gab es immer wieder Demonstrationszüge aus Impfgegner, Esoterikern, Maßnahmenkritikern und weiteren Strömungen, die sich ihren Weg durch Augsburg bahnten. Auch an diesem Sonntag waren wieder rund 1000 Personen zu einem dieser „Spaziergänge“ gekommen.

Während in der Vergangenheit zumeist nur eine kleine Anzahl an am Rande der Kundgebungen der Gegner der Corona-Maßnahmen formiert hatte, wächst nun die Zahl der Gegendemonstranten.

Mehrere Redebeiträge machten sich dort dafür stark, dass dieser Bewegung der sogenannten Querdenker mit Deutlichkeit entgegengetreten werden muss, während es gleichzeitig aber durchaus auch legitime Ansatzpunkte gibt, die aktuelle Krisenpolitik zu kritisieren.

So sprach eine Rednerin über die Ungerechtigkeit der Impfstoffverteilung weltweit, verbunden mit der Forderung nach einer Freigabe der Impfpatente. Betont wurde zudem, dass die Bundesregierung insbesondere in ihrer Krisenkommunikation transparenter und planvoller vorgehen muss als bisher. Schließlich machten Wortbeiträge aufmerksam auf die Gefahren von Wissenschaftsfeindlichkeit und Verschwörungsmythen für die Demokratie.

Das sich neu gegründete Bündnis „Augsburg Solidarisch“ kündigt auch in Zukunft Aktionen und Proteste an. Die Stimmung auf der Sonntagsveranstaltung war durchgehend friedlich. Auch der „Spaziergang“ verlief ohne größere Probleme, einige der Teilnehmer versuchten die Gegenveranstaltung aber akustisch zu stören. Mit lautem Klatschen und Trillerpfeifen zogen sie am Königsplatz vorbei.

Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot in der Innenstadt vertreten, hatte aber keine Probleme mit den beiden Veranstaltungen.