Rund elf Millionen deutsche Urlauber lieben den Sport auf der Piste und fahren regelmäßig Ski oder Snowboard. Gerade im Winter erfreut sich der Ski-Urlaub großer Beliebtheit. Leider kann dieser auch im Krankenhaus enden – rund ein Drittel aller Sportunfälle in österreichischen Ski-Regionen sind beim Ski oder Snowboard fahren verursacht worden. Ob Fahrer leichtsinnig oder weitere Personen beteiligt waren, interessiert die Krankenhäuser zwar nicht, in vielen Fällen aber die Versicherungen. Wer in welchen Fällen haftbar gemacht werden kann, klärt Markus Mingers, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer.

 winter-holiday-2493384_1280 Winterzeit ist Ski-Zeit: Wer haftet bei Unfällen auf der Piste? Freizeit News | Presse Augsburg

Ski-Unfall: Wer haftet auf der Piste?

„Prallen zwei Ski- oder Snowboard-Fahrer zusammen, so haftet derjenige von beiden, der den Unfall durch seine Fahrlässigkeit verursacht hat“, so Mingers. „Sämtliche Sachschäden an Kleidung und Material sind dann durch ihn zu ersetzen. Entstehen dem Geschädigten körperliche Schäden, so muss der Verursacher auch für Behandlungskosten, Verdienstausfall und eventuell sogar Schmerzensgeld aufkommen.“ Aus diesen Gründen ist für Wintersportler eine private Haftpflichtversicherung besonders ratsam. Geschieht ein Unfall ohne Fremdeinwirkung und verletzt sich ein Fahrer, so kommt die Krankenversicherung wie üblich für die Behandlung auf.

 

Wer hat Schuld am Unfall?

„Die Schuldfrage des Unfalls lässt sich anhand der zehn FIS-Regeln klären, die vom internationalen Skiverband aufgestellt wurden. Vergleichbar sind diese beispielsweise mit der Straßenverkehrsordnung, nur, dass diese sich lediglich auf Skigebiete beziehen“, weiß der Rechtsanwalt. Die zehn Regeln gelten sowohl für Skifahrer, als auch für Snowboarder und sollen einen rücksichtsvollen Umgang miteinander bedingen, um Gefährdungen zu vermeiden. Die zehn Regeln lauten zusammengefasst wie folgt: