Wir fahren nach Berlin, aber nur in der Liga – FC Augsburg blamiert sich im Pokal bei Verl

Der FC Augsburg wollte heute mit einem Sieg über den Regionalligisten Verl einen ersten Schritt im Pokal gehen, daraus wurde es nichts. Nach einer erschreckenden Leistung wird man auch in diesem Jahr nur in der Liga nach Berlin fahren. Nach dem 1:2 verabschiedet sich Augsburg bereits in der 1.Runde aus dem Wettbewerb.

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Martin Schmidt konnte nicht zufrieden sein | Foto: Krieger

Für den FC Augsburg ging es heute in der 1. DFB-Pokalhauptrunde nach Ostwestfalen zum SC Verl. Der Regionalligist hatte den FCA bei der Auslosung als nicht besonders attraktiven Gegner benannt. Martin Schmidt wollte den Gastgebern aufzeigen, dass seine Mannschaft durchaus ein interessantes Los ist und bot das aktuell beste Team auf. Doch dieses tat sich mehr als nur schwer. Bereits nach zwei Minuten lag der Ball ein erstes Mal hinter dem unter der Woche neu verpflichteten Tomas Koubek. Der FCA hatte Glück, denn der Treffer wurde nach einem vermeintlichen Abseits nicht anerkannt. Das Glück war mit dieser Situation aber schon aufgebraucht. Nur wenige Minuten später lag der Ball wieder im Netz, dieses Mal zählte der Treffer. Koubek hatte zwar mit einer starken Aktion gegen den alleine angestürmten Haeder abwehren können, der Abpraller sprang aber von Suchy ins eigene Tor. Eine unglückliche Aktion des tschechischen Nationalmannschaftskapitäns, der als einer von sechs Neuzugängen in der ersten Elf stand.

Auch in der Folge tat sich das neuzusammengestellte Team schwer sich sehr schwer selbst Druck aufzubauen, Augsburger Chancen waren Mangelware. Ganz anders der SC Verl. Der Viertligist zeigte sich immer wieder, der Ball lief gut durch die eigenen Reihen. Zu gut für den FCA. Nach einer Aktion mit zahlreichen Ballkontakten stand, hatte Schallenberg ziemlich unbedrängt zum 2:0 einschieben können. Auch wenn dem Treffer eine Abseitsstellung vorausgegangen war, die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient. Bis zur ersten Duftmarke eines Rot-grün-weißen mussten die mehreren hundert mitgereisten Schlachtenbummler weitere fünf Minuten warten, ehe Gregoritsch Brüske per Distanzschuss prüfte (29.). Es war ein Initialzünder für die Schwaben, die nun das Heft des Handels immer deutlicher an sich reißen konnten.

Dieses gaben die rotgewandeten Augsburger nach dem Seitenwechsel aber direkt wieder ab. Verl kam mit viel Zug zum Tor aus den Kabinen zurück. Wie in Halbzeit 1 hatte der FCA zweimal richtig Glück. Erst hatte Suchy Hecker elfmeterreif von den Beinen geholt (49.), wenig später haute Koubek weit vor dem eigenen Sechzehnmeterraum Hecker um. Zur Überraschung der Zuschauer bekam aber der Bundesligist den Freistoß, anscheinend hatte Verls Angreifer zuvor den Ball mit der Hand gespielt. Ein mehrfacher Klassenunterschied war auch in der Folge nicht auszumachen. Gerade das Zweikampfverhalten des FCA war teils erschreckend. Gut zwanzig Minuten vor dem Ende versuchte der wenig begeisterte Schmidt dies mit der Hereinnahme von Khedira und Jensen (für Pedersen und Gregoritsch) dies in den Griff zu bekommen. Tatsächlich gelang es Augsburg nun mehr Duelle für sich zu entscheiden, und so zum mehr Aktionen am Ball zu kommen. In der 83. Spielminute konnte Hahn per Elfmeter tatsächlich den Anschlusstreffer erzielen. Er war zuvor selbst im Strafraum zu Fall gebracht worden. In der Nachspielzeit hatten Suchy mit einem Distanzschuss und Schieber per Kopf noch die Ausgleichschance, mehr war dann aber heute nicht mehr drin. Der Traum vom Pokalfinale endet für den FC Augsburg bereits heute in Ostwestfalen. Nach Berlin geht es für die Schwaben nur in der Liga.

SC Verl : Brüske, Ritzka, Stöckner, Langesberg, Chorba – Schöppner, Schallenberg, Kurt – Hecker (85. Semlits) , Haeder (63. Janjic), Yildrim (72. Heinz)

FC Augsburg : Koubek – Teigl, Suchy, Rieder, Pedersen (67.Khedira) – Gruezo , Baier    – Gregoritsch (67. Jensen), Hahn, Richter (86. Schieber)- Niederlechner

Tore: 1:0 Suchy (8./Eigentor), 2:0 Schallenberg (23.), 2:1 (83./Elfmeter),

Gelbe Karten: Yildirim, Schallenberg, Schöppner | Suchy, Gruezo

Schiedsrichter. Dr. Martin Thomsen (Pinneberg)

Zuschauer: 4.128