„Wir wollen arbeiten, wo alle Menschen arbeiten“ | Erste bundesweite Tagung für junge Menschen mit Down-Syndrom in Augsburg

Gut 50 junge Menschen mit Down-Syndrom aus ganz Deutschland trafen sich im Veranstaltungszentrum Westhouse und im Hotel einsmehr in Augsburg zu ihrer ersten bundesweiten Tagung. Bei der Abschlussveranstaltung zeigte sich der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit, Soziales und Familie Dr. Markus Gruber begeistert von der überall zu spürenden guten Stimmung.

Juniortagung In Augsburg 2021
„Wir wollen arbeiten, wo alle Menschen arbeiten“ | Erste Tagung für junge Menschen mit Down-Syndrom in Augsburg

Bezirkstagspräsident Martin Sailer: „Es freut mich, dass die erste bundesweite Juniortagung hier in der Region stattgefunden hat. Ich bedanke mich bei allen, die hierhergekommen sind und teilgenommen haben, aber vor allem auch bei denen, die die Tagung organisiert haben. Kommen Sie gerne wieder!“

In acht Workshops befassten sie sich mit Wohnsituationen, inklusivem Arbeiten, Liebe und Freundschaft und den Chancen und Gefahren von sozialen Medien. Mit Schülern der Tanzschule Effekt in Kissing wurden unter Leitung von Alice Schäffer Choreographien eingeübt und am Sonntag präsentiert. Auch die Ergebnisse des von Angelika Jekic geleiteten Trommelworkshops und die unter Anleitung von Oda Bauersachs geschaffenen Kunstwerke waren am letzten Tag zu bewundern. Die Teilnehmer des Workshops „Mach mehr aus deinem Typ“ zeigten, wozu sie die Beratung durch Stefanie Fissel und Emily Wedel inspirierte. Nikolas Noé und Fabian Dinsing, zwei junge Männer aus Würzburg mit Down-Syndrom, leiteten den Workshop über Voraussetzungen und Möglichkeiten inklusiven Wohnens. „Wir wollen arbeiten, wo alle Menschen arbeiten“, so brachte ein Teilnehmer Wünsche nach inklusiven Arbeitsplätzen auf den Punkt.

Ungeplanter Höhepunkt war ein formvollendeter Heiratsantrag, den ein junger Mann aus Leverkusen vor großem Publikum seiner Freundin machte, die ihn begeistert annahm.

Nach der durchweg positiven Resonanz laufen schon die Überlegungen für eine Wiederholung im nächsten Jahr. „Es war schön zu sehen, wie offen sich die jungen Frauen und Männer auf die Themen eingelassen haben. Alle waren gut gelaunt und haben sich sichtlich wohlgefühlt. Aus der Tatsache, dass wir dreimal so viele Anmeldung hatten wie Plätze, ist der Bedarf für solche Veranstaltungen ersichtlich. Es spricht alles für eine Wiederholung“, sagte Gabriela Thumser vom Vorstand des Vereins einsmehr, die federführend die Tagung organisiert hat.

Die vom Down-Syndrom Netzwerk Deutschland und dem Augsburger Verein einsmehr veranstaltete Tagung wurde von der Aktion Mensch, dem Bezirk Schwaben und dem Runden Tisch der Krankenkassen unterstützt.