Wird die Jugend krimineller? – «Das Gegenteil ist der Fall»

Der schreckliche Tod eines Mannes auf dem Augsburger Königsplatz liegt erst wenige Tage zurück, doch die Geschehnisse sind bereits zum Politikum geworden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an: Die CSU in Bayern will Heranwachsende häufiger nach Erwachsenenstrafrecht aburteilen. Außerdem werde die Polizeipräsenz in den Innenstädten erhöht.

Der Staat mache sich «völlig lächerlich», meint die AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel. «Sicher hören wir bald, dass der Täter psychisch krank und schuldunfähig sei», schrieb sie am Montag bei Twitter. Dass es sich in Augsburg um einen Fall von «Migrantengewalt» handele und es deswegen einer Umkehr in der Einwanderungspolitik bedürfe, war für sie schon am Sonntag klar. Fachleute dagegen winken ab. «Das Gegenteil ist der Fall», sagt Professor Christian Pfeiffer, langjähriger Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, der seit Jahrzehnten über Jugendkriminalität forscht. Zitattafel «Die Wahrheit ist, dass alle Jugendlichen, einschließlich der Ausländer, sinkende Gewaltraten haben.»