Wirtschaftliche Herausforderungen für Deutschland in 2019 

Wie wird sich die deutsche Konjunktur in der zweiten Hälfte des Jahres weiterentwickeln? Welche Probleme sehen Ökonomen für die Bundesrepublik heraufziehen? Wir haben uns die Ausblicke für den Rest des Jahres angeschaut und erklären Ihnen die größten Probleme, mit denen die deutsche Konjunktur zu kämpfen hat. An den fünf folgenden Faktoren wird sich entscheiden, wie sich das Wirtschaftsjahr 2019 entwickelt. 

Handelskrieg 

Der Handelskrieg zwischen den USA und China zeigt erste Auswirkungen auf den Wirtschaftskreislauf. Allerdings profitiert weder die US-Wirtschaft noch Deutschland von den Strafzöllen, die der US-Präsident seit Beginn des Jahres verhängt hat. Wirtschaftsexperten warnen bereits davor, dass das aktuelle Wirtschaftswachstum durch den Handelskrieg weiter geschwächt wird. Allerdings scheinen es nicht nur die Handelszölle zu sein, die Exporteuren die Absatzzahlen zerstören. Denn man kann zusätzlich einen allgemein rückläufigen Wachstumstrend in China beobachten. Ein Grund dafür sind die hohen Infrastruktur-Investitionen der letzten Jahre. Der IWF erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum von 6,2 % für China. Das wären 0,5 % weniger als noch 2018. Der von US-Präsident Donald Trump gestartete Handelskrieg mit China wirkt sich auch auf deutsche Hersteller aus, die in China herstellen oder von Produkten aus China abhängig sind. Eine Lösung im Handelsstreit wäre also durchaus wünschenswert für die deutsche Wirtschaft. 

Europa und Brexit 

Viele Wirtschaftsexperten sind sich einig, dass der Brexit der größte europäische Faktor für die deutsche Wirtschaft und die Konjunktur darstellen wird. Je nachdem, wie der Brexit über die Bühne geht, wird auch die deutsche Konjunktur reagieren. Bei einem harten Brexit geht das Institut der deutschen Wirtschaft davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % schlechter ausfällt als wenn der Brexit nicht stattfinden würde. Der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien würde daraufhin mit erheblichen Beeinträchtigungen zu kämpfen haben. Ein sogenannter sanfter Brexit würde alternativ nur 0,14 % in das Wachstum einschneiden. Es hängt also einiges davon ab, wie die Briten und die EU den Brexit verhandeln und ablaufen lassen wollen. Allerdings steht auch bisher nicht fest, wie der Brexit konkret verlaufen soll. Und die Verhandlungstaktik der Briten und ihrer Regierungschefin May lässt nicht erkennen, wann wir eine endgültige Entscheidung haben werden. 

Neben dem bevorstehenden Brexit gibt es aber auch ein zweites Sorgenland, welches die deutsche Wirtschaft stark beeinflussen könnte. Italien ist mit seinen Schuldenbergen ein bisschen aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Allerdings sind die Risiken für die deutsche Konjunktur immer noch allgegenwärtig. Selbst ein kleiner Konflikt zwischen Italien und der EU kann diesen Brandherd schnell wieder aufflammen lassen. Sollte dieses Problem zeitlich zusammen mit dem Brexit einschlagen, könnte die deutsche Konjunktur ein starkes Minus einfahren. 

Innovation oder Niedergang 

Unternehmen, die Innovationen vorweisen, können auch eine schlechte Konjunktur meistern. Mittelständische Unternehmen, die bei der Innovation allerdings hinterherhinken, könnten von der Weltkonjunktur einen Nackenschlag erhalten. Und auch wenn Deutschland im Innovationen-Ranking des BDI weltweit auf dem vierten Rang liegt, so ist dies doch vor allem im digitalen Bereich nicht mehr als Augenwischerei. Hinzu kommt, dass sich alle anderen Länder in den Top 7 des Rankings verbessern konnten. Alleine Deutschland scheint an der Weltspitze an Innovationskraft zu verlieren. Dies sollte durchaus für Sorgen bei der deutschen Wirtschaft sorgen. Ob ein Digitalgipfel der Bundesregierung hierfür die Lösung ist, mag bezweifelt werden. Eine Innovationsstrategie der Bundesregierung ist in den vergangenen Jahren nicht erkennbar gewesen und zeichnet sich auch in 2019 bisher nicht ab. Dabei könnte man von Ländern wie Singapur und der Schweiz einiges lernen und gleichzeitig die einheimische Konjunktur beflügeln. 

Investitionen 

Investitionen spielen eine wichtige Rolle für die Konjunktur eines Landes. Je nach Menge der Investitionen kann das Wachstum stimuliert werden. Investitionsbedarf gibt es in deutschen Firmen vor allem bei der Digitalisierung der Produktion. Wie hoch diese Investition ausfällt, bleibt allerdings abzuwarten. Gleiches gilt für die Bauinvestitionen in Deutschland. Allerdings kann man hier davon ausgehen, dass der Boom weitergeht, was sich wiederum positiv auf die Konjunktur ausüben wird. Zusätzliche Investitionen von Firmen und vom Bund könnten allerdings für einen zusätzlichen Konjunkturaufwind sorgen. Auch Investitionen von Privatpersonen haben einen wichtigen Einfluss, wobei Webtrading Onvista eine riesige Hilfe ist. Denn auf diese Weise können Sie schnell und bequem vielversprechende Unternehmen in Deutschland finden, in die sich eine Investition lohnt. 

Arbeitsmarkt 

Seit der Wiedervereinigung gab es in der Bundesrepublik noch nie so viele Erwerbstätige wie im Moment. Im vergangenen Jahr waren 44,8 Millionen Menschen in Arbeit. Die Aussichten für 2019 sehen ähnlich positiv aus. Man geht von einem Anstieg auf 45,4 Millionen Menschen in Arbeit aus. Die Binnenkonjunktur ist also weiterhin die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur. Und auch wenn das Wachstum bei den Beschäftigten nicht so dynamisch wie in den vergangenen Jahren ist, so kurbelt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die Konjunktur doch weiter an. Denn mehr Erwerbstätige bedeuten mehr Konsumausgaben. Und dadurch wird auch die Konjunktur angekurbelt.