Wirtschaftsplan 2018 | Klinikum Augsburg stellt weiter Personal ein

In der vergangenen Verwaltungsratssitzung des Klinikums Augsburg wurde der von Alexander Schmidtke, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und Strategie, vorgelegte und erläuterte Wirtschaftsplan mit einem avisierten Jahresüberschuss von rund vier Millionen Euro für 2018 verabschiedet. Die Planungen für 2018 tragen den schwierigen Rahmenbedingungen im Bereich des Pflegedienstes besonders Rechnung. Neben dem vom Verwaltungsrat bei seiner Klausur Ende Oktober zur Verfügung gestellten Budget in Höhe von einer Million Euro für Maßnahmen zur Entlastung der Pflege (wir berichteten) werden in diesem Bereich ca. 30 zusätzliche Stellen geschaffen. Auch im ärztlichen Bereich und im Bereich der Wirtschaftsdienste (Reinigung, Logistik, Servicekräfte usw.) werden zusätzliche Stellen geschaffen. 

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Der von Alexander Schmidtke vorgelegte Wirtschaftsplan wurde verabschiedet | Foto: Wolfgang Czech

Die erfolgreiche Umsetzung strategischer Projekte in 2017 hat zur Optimierung der Patientenversorgung beigetragen und bildet das Fundament der Weiterentwicklung zu einem Universitätsklinikum Augsburg. Das Interimsgebäude wurde im Mai 2017 mit 84 Intensivbetten, 12 Dialyseplätzen und 32 Aufnahmestationsbetten in Betrieb genommen, damit das Intensivzentrum „Anbau West“ im Jahr 2018 in den Bestand integriert werden kann. Weiterhin wurde die neue High-End-Angiographieanlage der Klinik für Diagnostischen und Interventionelle Radiologie im September sowie das SPECT/CT der Klinik für Nuklearmedizin im Juli in Betrieb genommen. Die Palliativstation wurde im Klinikum Augsburg Süd im Mai erweitert, die Geriatrie wird gegen Ende des Jahres im Klinikum Augsburg mit den Strukturen der Alterstraumatologie zusammengeführt und erweitert. Diese Maßnahmen und Einsparungen im Bereich des Sachbedarfs haben letztlich auch das Betriebsergebnis für 2017 positiv beeinflusst. Das Operative Betriebsergebnis wird nach aktueller Prognose für 2017 mit ca. 3,5 Millionen Euro Überschuss prognostiziert.

„Auch der Wirtschaftsplan 2018 ist, wie die Jahre zuvor auch, ein ehrgeiziges Projekt“, sagte Schmidtke vor den Verwaltungsräten des Klinikums. Dabei wird mit Erträgen in Höhe von 435 Mio. Euro geplant und damit 8,5 Mio. Euro mehr als im Jahr 2017. Zusätzliche Erlöse werden insbesondere durch Patienten mit einem höheren Schweregrad erwartet. Um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern bewältigen zu können muss die Krankenhauslandschaft umstrukturiert werden. Dabei spielt der Spezialisierungsgrad und das medizinische Angebot in der Region eine große Rolle. Der Gesamtvorstand des Klinikums Augsburg hat im Rahmen der Planung für 2018 hierzu weitere Projekte identifiziert und initiiert.

Die geplante Gründung der Sektion Interventionelle Herzmedizin verfolgt das Ziel den jüngsten diagnostischen und therapeutischen Entwicklungen in der Kardiologie und Herzchirurgie Rechnung zu tragen und die Interdisziplinarität weiter zu fokussieren. Dem Aufbau der neuen Sektion der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie folgt die Überführung in eine eigenständige Fachabteilung. Um den bisherigen Erfolg der Struktur des ICCA – also des Interdisziplinären Cancer Centers Augsburg – fortzuführen und das Profil der Klinik für Strahlenheilkunde weiter zu schärfen wird in 2018 der 4. Linearbeschleuniger implementiert und in Betrieb genommen. Das Inbetriebnahmekonzept des „Anbau West“ und die damit verbundene Neukonzeption der Intensivmedizin wird ein weiterer Aspekt der Zukunftssicherung, u.a. insbesondere durch die Berufung des Ordinarius für Anästhesie und Operative Intensivmedizin. Durch die Berufung weiterer Lehrstuhlinhaber z.B. für die Gynäkologie werden zukunftsfähige klinische Projekte und eine sukzessive Neuausrichtung folgen.

Durch Reorganisationsprojekte in der Logistik und der Stationsorganisation soll die Leistungsfähigkeit gesichert und die Belastung für das Personal reduziert werden. Dabei ist auch eine Aufstockung des Personals im wirtschafts- und Versorgungsbereich eingeplant.

Einsparungen werden in 2018 zunächst ausschließlich bei den Materialkosten geplant. Wie in den Jahren zuvor wird dabei immer die für die Versorgung optimale Qualität geachtet. Die Standardisierung der eingesetzten Produkte steht hierbei im Vordergrund. Das Klinikum Augsburg investiert in 2018 rund 57 Mio. Euro in Medizintechnik und Bau. Auch im letzten Jahr ihrer Trägerschaft finanziert der Krankenhauszweckverband getragen von Stadt und Landkreis Augsburg den nicht förderfähigen Anteil dieser Investitionen. Das ein Krankenhausträger so hohe Summen in seine Klinik investiert ist nicht selbstverständlich. Viele Krankenhäuser in Deutschland müssen diese Anschaffungen und Baumaßnahmen selbst erwirtschaften, so Schmidtke und bedankte sich ausdrücklich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese umfassende finanzielle Unterstützung.