Wirtschaftsprofessorin Veronika Grimm befürwortet eine staatliche Rettung der in Not geratenen deutschen Energiekonzerne. „Diese Unternehmen fallen zu lassen, ist keine Option. Das Aufrechterhalten dieser Branche in der Krise ist alternativlos“, sagte Grimm der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe).

Sie gehört als Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu den sogenannten Wirtschaftsweisen. „Zumal diese Akteure auch für die geplante Energiewende gebraucht werde“, fügte sie an. Uniper war durch das ausbleibende Gas aus Russland in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hatte in der vergangenen Woche nach Staatshilfe gerufen. Derzeit wird beraten, ob und wie diese gewährt werden soll. „Ich halte ein Eingreifen für richtig, auch um Kaskadeneffekte zu vermeiden“, sagte Grimm weiter. Sollte Uniper fallen, könnte der Konzern auch viele Kunden mitreißen. „Auch in der Energiewirtschaft gibt es ein systemisches Risiko“, so die Energieexpertin von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. „Mitnahmeeffekte muss man bei den Rettungsmaßnahmen aber vermeiden“, hob sie hervor. Uniper ist mehrheitlich in Besitz des finnischen Staatsunternehmens Fortum. ZEW-Chef Achim Wambach ist anderer Meinung: „Ich sehe bei den Energieunternehmen kein Systemrisiko wie im Bankenbereich“, sagte er und fügt an: „Ich sehe hier eher Parallelen zur Rettung der Lufthansa.“ Denn auch dort sei es um langfristige Verträge gegangen, die plötzlich nicht mehr eingehalten werden konnten.

Foto: Gas-Anschluss, über dts Nachrichtenagentur

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