„Wo ist Caiuby?“ | FC Augsburg-Profi erscheint nicht zur Gerichtsverhandlung

Heute wurde vor dem Augsburger Amtsgericht wegen einer vermeintlichen Körperverletzung durch den FC Augsburg-Profi Caiuby verhandelt. Wer war nicht gekommen? Der Brasilianer. Verhandelt wurde dennoch, bisher ohne Ergebnis.

2019-09-10-Verhandlung-Caiuby-–-4.jpg "Wo ist Caiuby?" | FC Augsburg-Profi erscheint nicht zur Gerichtsverhandlung Augsburg Stadt FC Augsburg News Newsletter Polizei & Co Sport Amtsgericht Augsburg Augsburg Caiuby FC Augsburg FCA Gerichtsverhandlung Körperverletzung Krötz Maximilianstraße Schlägerei | Presse Augsburg
Ein Platz blieb frei. Anwalt Fabian Krötz musste Caiuby entschuldigen. Der Brasilianer war nicht zur Verhandlung erschienen | Foto: Wolfgang Czech

„Ich kann mich nicht mehr erinnern, es ist schon so lange her“, war heute Vormittag der wohl meist gehörte Satz im Sitzungssaal 108 des Augsburger Amtsgerichts. In diesem Raum wurde gegen den Fußballprofi Francisco Da Silva, genannt Caiuby verhandelt. Und auch den  Brasilianer hat man schön länger nicht mehr gesehen. Auch heute nicht. Er sei an einem Flugplatz hängen geblieben, gab sein Anwalt Fabian Krötz zu Protokoll. Nicht das erste Mal, dass es der 31-Jährige nicht so mit der Pünktlichkeit hatte. Weil er im letzten Winter seinen Urlaub zum wiederholten Male eigenmächtig verlängert hatte, wurde er vom FC Augsburg freigestellt. Noch immer steht er aber beim Bundesligaclub unter Vertrag. Es fand sich kein Abnehmer für den Offensivspieler. Wohl aus gutem Grund.

Immer wieder Eskapaden außerhalb des Platzes

Ebenso unbestritten wie Caiubys fußballerische Fähigkeiten sind seine Eskapaden außerhalb des Platzes. Neben der eigenmächtigen Verlängerungen des Urlaubs soll er sich, dem Vernehmen nach, auch sonst häufiger beim FCA ein“Extrawürtschen“ gebraten haben. Auch im privaten Bereich fiel er immer wieder auf. Ein Türsteher sagte beispielsweise heute vor Gericht aus, dass der Brasilianer in (mindestens) zwei Augsburger Lokalen Hausverbot hätte. Gerichtlich ist er ebenfalls kein Unbekannter. Weil er 2017 nach einem Oktoberfestbesuch ohne Fahrschein in einem Zug aufgegriffen wurde, war er zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätze zu jeweils 750 Euro (insgesamt 22.500 Euro) verurteilt worden. Bereits zuvor war er wegen Schwarzfahrens aufgefallen.

Im Mai 2018 soll er schließlich einen Mann in der Augsburger Maximilianstraße mit einem
Kopfstoß verletzt haben. Der heute 27-Jährige war anschließend aufgrund der Verletzungen 5 Tage arbeitsunfähig krank geschrieben.

Caiuby hatte Einspruch eingelegt

Gegen Caiuby wurde deshalb zunächst ein Strafbefehl erlassen. Unter Einbeziehung der anderen gesamtstrafenfähigen Verurteilung wurde eine Gesamtgeldstrafe von 135 Tagessätzen festgesetzt (Einzelstrafen: 120 Tagessätze für die vorsätzliche Körperverletzung, 30 Tagessätze wegen Erschleichen von Leistungen). Nachdem der Fußballer dagegen Einspruch einlegte, musste er sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Erschienen ist er aber zu dieser Verhandlung, wie oben beschrieben, nicht. Auch einer seiner Freunde war trotz Vorladung nicht gekommen. Nach Aussage des Caiuby-Anwalts Krötz war es dieser, der den verletzenden Kopfstoß abgegeben hatte. Ein Statement, das für Verwunderung sorgte.

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Foto: Wolfgang Czech

FCA-Manager Reuter wird als Zeuge geladen

Gerade beim mutmaßlichen 27-jährigen Opfer sorgte diese Stellungnahme für Unmut. Es hätte sogar in der FCA-Geschäftsstelle ein Gespräch gegeben, um die Sache mit einer Schmerzensgeldzahlung aus der Welt zu schaffen. Es wäre die Zahlung von 5.000 Euro besprochen gewesen, so Clemens Käuffer, Anwalt des Nebenkläger. An diesem Gespräch sollen neben dem mutmaßlichen Geschädigten und Caiuby auch die beiden FCA-Geschäftsführer Michael Ströll und Stefan Reuter teilgenommen haben. Reuter wird nun deshalb bei der Fortsetzung des Prozesses als Zeuge geladen werden.

Das Verfahren konnte unter anderem deshalb heute nicht beendet werden. Das Gericht möchte neben Reuter noch weitere Zeugen, darunter FCA-Profi Sergio Cordova, hören. Der Fortsetzungstermin wurde auf Donnerstag den 19.09.2019 um 09.00 Uhr im Sitzungssaal 101 bestimmt.