Wohnbaugruppe Augsburg erhält eine neu Firmenzentrale

Seit Gründung der Wohnbaugruppe Augsburg 1927 ist das Unternehmen am Standort in der Rosenaustraße fest verwurzelt. Über neun Jahrzehnte hinweg wurde das Stadtbild und der Wohnungsmarkt der Fuggerstadt von dort mitgeprägt. Mit Augsburgs Wachstum steigen auch die Anforderungen an die Wohnbaugruppe. Bis zum Jahr 2026 soll der Bestand von 10.000 Wohnungen um 10 % erweitert werden. Anschließend stehen mit der Weltwiese und dem neuen Viertel Haunstetten-Südwest zwei größere Baugebiete auf der Agenda. Um das umfangreiche Aufgabenpaket der Stadt zu erfüllen, investiert das Unternehmen in eine neue Firmenzentrale mit zeitgemäßen Arbeitsplätzen.

20210628 Visualisierung Neue Firmenzentrale
ie Visualisierung zeigt die neue Firmenzentrale der Wohnbaugruppe von der Reinöhlstraße aus.

„Ein Schritt, von dem letztlich die ganze Stadtgesellschaft profitieren wird“

„Unsere Wohnbaugruppe sorgt für einen sozialausgewogenen Wohnungsmarkt, sichert die baufachliche Qualität vieler unserer Schulen und Kindertagesstätten und übernimmt wichtige städtebauliche Aufgaben wie die Entwicklung der ehemaligen Kasernenflächen. Um dies auch künftig zu gewährleisten, braucht es einen zukunftssicheren Standort, an dem das Unternehmen weiter wachsen kann. Ein Schritt, von dem letztlich die ganze Stadtgesellschaft profitieren wird“, bekräftigt auch Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbaugruppe Augsburg, Eva Weber.

Kapazitätsengpässe im Schuberthof

In den Räumlichkeiten des Schuberthofs stößt das Unternehmen seit Jahren an seine Grenzen: Das Einzelbaudenkmal wird heutigen Anforderungen schon länger nicht mehr gerecht und schließt die Schaffung von modernen, barrierefreien Arbeitsplätzen durch bauliche Veränderungen aus. Zuletzt wurde 2019, um den dringenden Platzbedarf zu decken, ein Büropavillon aus Containern im Innenhof errichtet und das Rechnungswesen dorthin ausgelagert. Rund 100 der 172 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale. Die Verwaltung des wachsenden Bestands – aktuell befinden sich rund 500 Wohnungen im Bau – und die Durchführung umfassender Sanierungsprojekte für energieeffizientere Wohnungen sind nur durch weiteres personelles Wachstum und moderne Arbeitsplätze zu stemmen. Beides kann an der Rosenaustraße nicht realisiert werden.

Wohnpotenzial für fast 130 neue Wohnungen

Bei der Wahl das neue Standorts fiel die Entscheidung auf das Grundstück an der Ecke Bürgermeister-Ackermannstraße / Reinöhlstraße. Damit trägt die Adresse der Wohnbaugruppe Augsburg künftig den Namen ihres Gründervaters, Friedrich Ackermann. Die neue Firmenzentrale ermöglicht es dem Unternehmen außerdem, seine beiden Standorte zu vereinen, was Wohnpotenzial freisetzt: Die Büroräume werden ihrer historischen Bestimmung zugeführt und zu zehn Wohnungen zurückgebaut werden. Auf dem Gelände der Werkstatt in der Schillstraße ist die Errichtung von 118 Wohnungen bereits durch einen bestandskräftigen Bauvorbescheid gesichert. Da die Wohnbaugruppe Augsburg hier Eigentümerin ist, entfallen Grundstückskosten in Höhe von jedenfalls 7,5 Mio. €.

Antrag auf Fördermittel

Die aktuelle Kostenberechnung beläuft sich auf ca. 45,3 Mio. €. Mit seinen sieben Stockwerken überschreitet der Neubau die Hochhausgrenze, was planerische Anpassung zur Folge hatte. Das Gebäude, im Stil der klassischen Moderne, beherbergt künftig auch den Werkstattbetrieb mit 5 unterschiedlichen Gewerken. Ersten Planungen nach sollte der Baubeginn bereits im Frühjahr 2021 erfolgen. Da die neue Firmenzentale den höchsten energetischen Standard für Nichtwohngebäude erfüllt – Effizienzhaus 40 – stehen die Chancen gut, einen Zuschuss von der neu aufgelegten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zu erhalten. Hier könnte sich eine Fördersumme von rund 3,7 Mio. € ergeben. Anträge können erst ab Anfang Juli 2021 eingereicht werden, die Vergabe von Aufträgen erst danach erfolgen. Für die Nachhaltigkeit des Gebäudes wird zudem die DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt.

Gut gerüstet in die Zukunft

„Der Schuberthof war nie als Bürogebäude geplant. Nun ist es wirklich an der Zeit, eine neue Firmenzentrale zu errichten, die auf die Bedürfnisse moderner Arbeitswelten abgestimmt ist“, macht Geschäftsführer Dr. Mark Dominik Hoppe deutlich. Unabhängig von der potenziellen Fördersumme wird mit ersten Arbeiten voraussichtlich Mitte Juli gestartet. „Wir rechnen damit, unseren neuen Standort im Sommer 2024 zu beziehen.“