„Wollen zumindest am Tisch sitzen“ – Ex-FCA-Keeper Luthe zu Erfahrungen in Taskforce „Zukunft Profifußball“

In der Coronakrise wurden Hygienekonzepte und neue Regeln für den Profifußball erlassen. Die entscheidenden Akteure, die Spieler selbst, wurden dabei offenbar kaum bis gar nicht konsultiert. Ein Spielerbündnis um Mats Hummels, Sven Bender, Andreas Luthe und Almuth Schult, in dem nach eigenen Angaben mehr als 400 Spieler organisiert sind, beklagt gegenüber RTL/ntv und dem stern das mangelnde Mitspracherecht der Profis. „Wir wurden beim Hygienekonzept vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Wolfsburgs Torfrau Almuth Schult.

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Ex-FCA-Keeper Andreas Luthe hält die Bälle jetzt für Union Berlin. Er engagiert sich zusätzlich im Spielerbündnis. | Archivfoto: Klaus Rainer Krieger

Wären die Spieler von Anfang an im Boot gewesen, hätte man sich einige Überarbeitungen sparen können, meint Union Berlins Keeper Andreas Luthe. „Zu Beginn fehlten in den Konzepten Regenerationsmaßnahmen, die essentiell sind für Spielerinnen und Spieler.“ Damit meint er etwa, dass die Kicker nach Spielen in die Sauna und ins Ermüdungsbecken können, damit sich ihre Muskeln regenerieren. Mittlerweile sei das in den Konzepten berücksichtigt, auch nach Beschwerden der Spieler. „Das wäre sofort aufgefallen, wenn man vorher mit uns gesprochen hätte.“

Natürlich sei klar, dass die Profis nicht alle Entscheidungen treffen könnten. Das erwarte aber auch niemand. Aber man wolle „miteinbezogen werden, um die Entscheidungen zu verbessern“, sagt Luthe. Dabei gehe es natürlich nicht nur um Corona-Änderungen.

Luthe berichtet von seinen Erfahrungen aus der Taskforce „Zukunft Profifußball“, die Empfehlungen an die DFL ausarbeiten soll. Dort sitzt neben ihm nur ein weiterer aktiver Profi, von mehr als 30 Mitgliedern aus Sport, Politik, Wirtschaft und Medien. „Das ist ja schon ein Teilerfolg, den wir da erreichen. In den letzten Jahrzehnten war nie ein aktiver Spieler bei solchen Runden dabei. Das muss ganz klar das Ziel sein, dass die Spieler da noch stärker vertreten sind. „