Zeichen für die Ökumene | Augsburger Friedenspreis geht an Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sind die gemeinsamen Preisträger 2020 des Preises Augsburger Friedensfest. Oberbürgermeisterin Eva Weber gab die beiden Preisträge heute im Rahmen des Augsburger Friedensfestes bekannt. Die offizielle Verleihung erfolgt im Herbst.

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Erzbischof Reinhard Kardinal Marx (re) und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sind die gemeinsamen Preisträger 2020

„Die Entscheidung für die beiden Friedenspreisträger findet in diesem Jahr zum Ursprung des Friedensfestes zurück, denn sie weist auf zwei Menschen, die sich stellvertretend für zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischlutherischen Konfessionen immer wieder einander zugewandt und die Hand ausgestreckt haben.“ Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber schlägt damit die historische Brücke von der
Wiederherstellung der Parität im Jahr 1650 zur ökumenischen Ausrichtung des Hohen Friedenstestes in der Gegenwart.

„Spätestens beim gemeinsam begangenen 500.Reformationsjubiläum 2017 haben Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ein historisches Zeichen für alle Christinnen und Christen auf dieser Welt gesetzt und uns ein beeindruckendes Zeugnis davon gegeben, dass ein wahres Miteinander im Glauben trotz unterschiedlicher konfessioneller Zugehörigkeit möglich ist“, sagte die Oberbürgermeisterin im Goldenen Saal des Rathauses, wo sie am heutigen Augsburger Friedensfest die Namen der Preisträger des Augsburger Friedenspreises 2020 bekannt gab.

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Der mit 12.500 Euro dotierte Preis Augsburger Friedensfest, so sein offizieller Name, wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten für besondere Leistungen zur Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten und für Verdienste zur Verständigung zwischen den Religionen verliehen. Die Verleihung selbst findet jeweils im Herbst statt, heuer am Samstag, 10. Oktober.

„Vorbildlicher Einsatz für die Entwicklung der Ökumene“

Mit Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Bayern, und Reinhard Marx,Erzbischof der Erzdiözese München und Freising sowie Kardinal der römisch-katholischen Kirche, fiel die Wahl der Friedenspreis-Jury auf zwei Kirchenvertreter, „die ein tiefes gemeinsames Grundverständnis teilen, im gleichen Geist denken und sprechen und sich ausgezeichnet verstehen. Beide Preisträger eint die Leidenschaft für das Vermitteln der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt und ihnen eine unbedingte Würde und Freiheit schenkt. Durch ihren persönlichen und vorbildlichen Einsatz für die friedliche Entwicklung der Ökumene haben Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm zum Frieden der Religionen und speziell beider großen christlichen Konfessionen beigetragen“, würdigte Regionalbischof Axel Piper als Jury-Vorsitzender die beiden Preisträger in seiner Begründung. Zugleich soll der Preis „Ansporn dafür sein, auf dem Weg der Gemeinsamkeit nicht halt zu machen, sondern mutig und entschlossen das zu betonen, was uns eint und was wir gemeinsam der Welt bezeugen sollen: Christus in unserer Mitte“,so Axel Piper.

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Bischof Bertram Meier: „Als ökumenisches Tandem Pioniere des Friedens“

Bischof Dr. Bertram Meier würdigt die beiden Preisträger ebenfalls: „Das in Europa in langen Jahrhunderten mühsam austarierte Verhältnis zwischen Staat und Kirchen, zwischen Politik und Glaube ist bis heute keine statische Größe, im Gegenteil: Gerade in dieser turbulenten Zeit liegt darin eine Dynamik, deren Folgen nicht absehbar sind. So schützt unser religionsfreundliches Grundgesetz in Deutschland nicht nur die christlichen Konfessionen; es impliziert auch den Auftrag, sich für die freie Religionsausübung über den christlichen Tellerrand hinaus einzusetzen. Besonders aktuell ist bei uns in der Friedensstadt Augsburg das Verhältnis der Christen zu den Muslimen. Die beiden Preisträger haben auf diesem Gebiet Profil gezeigt: Im Hinblick auf die Ökumene ist es ihnen mit zu verdanken, dass vor drei Jahren das Reformationsgedenken als gemeinsames Christusfest gefeiert werden konnte. Als 2015 die Flüchtlingskrise brodelte, haben beide im ökumenischen Schulterschluss ihre Stimme für Deutschland als gastfreundliches Land erhoben und konkrete Schritte für die Praxis der Flüchtlingspolitik gesetzt. Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm, das ökumenische Tandem, haben sich als Pioniere des Friedens betätigt und bewährt. Das Bistum Augsburg kann daher die neuen Preisträger und die Stadt zu dieser Auszeichnung nur von Herzen beglückwünschen.“

Preisträger setzen auf den gemeinsamen Weg

In zugeschalteten Statements betonten beide Preisträger „das Ermutigende“, das für sie mit dem Augsburger Friedenspreis für ihr Wirken um die Einheit der Christen verbunden ist. „Das Christentum in Deutschland und in Europa wird nur eine Zukunft haben, wenn wir ganz stark ökumenisch zusammenarbeiten und zusammenbleiben. Das ist wichtig und da sehe ich den Preis als Ermutigung“, so Kardinal Marx.

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Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München (Fotograf: Klaus D. Wolf)

Landesbischof Bedford-Strohm hofft, „dass wir auch im Hinblick auf ein gemeinsames Abendmahl weiterkommen. Ich sehe diesen Preis als öffentliches Zeichen dafür, dass man das von uns erwartet und als starke Ermutigung dafür, den Weg der Ökumene weiterzugehen. Deswegen freut es mich auch, dass ich diesen Preis gemeinsam mit Kardinal Marx bekomme.“20_08_08_Landesbischord-Strohm_ELKB Zeichen für die Ökumene | Augsburger Friedenspreis geht an Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm Augsburg Stadt News Newsletter Politik Augsburger Friedensfest Bedford-Strohm Friedenspreis Kardinal Marx Preis Augsburger Friedensfest | Presse Augsburg

Das Augsburger Hohe Friedensfest

In Anlehnung an den konfessionellen Hintergrund des Augsburger Friedensfestes am 8. August haben die Stadt Augsburg und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern 1985 den Preis Augsburger Friedensfest begründet. Das Friedensfest wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August in Augsburg gefeiert. Es geht zurück auf den Westfälischen Frieden von 1648, der das Ende der Unterdrückung der Protestanten während des Dreißigjährigen Krieges einleitete. Seit 1950 ist der 8. August ein gesetzlicher Feiertag, der nur für das Stadtgebiet Augsburg gilt.