Zoo Augsburg | Keine EU-Mittel für die Elefantenanlage – Steht der Tierpark vor dem Aus?

Die Elefantenanlage ist in die Jahre gekommen, eine neue muss dringend gebaut werden. Die Pläne dafür stehen schon. 8 Mio. Euro sollte das Projekt kosten, einen guten Teil davon erhoffte man sich als EU-Förderung. Diese bleibt nun aus. Wenn dieses Großprojekt scheitert, könnte der Zoo Augsburg vor ernsthaften Zukunftsproblemen stehen.

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Steht die Haltung von Elefanten vor dem Aus? | Foto: Dominik Mesch

Momentan hält der Zoo Augsburg zwei betagte Asiatische Elefantendamen. „Targa“ ist mit Ihren über 60 Jahren der älteste Elefant in ganz Deutschland und gehört zu den ältesten Elefanten in menschlicher Obhut weltweit. Auch „Burma“, ist mit ihren 45 Jahren bereits eine ältere Dame.Ihre letzten Jahre sollen die beiden Elefantendamen in aller Ruhe im Zoo Augsburg in ihrer gewohnten Umgebung verbringen. Damit die beiden aber nicht die letzten Elefanten in Augsburg sein werden und der Zoo auch weiterhin diese beeindruckenden Tiere halten kann, ist er auf Hilfe angewiesen.Eine neue, moderne und artgerechte Anlage Elefantenanlage soll entstehen und einer größeren Elefantenherde mit bis zu fünf Tieren Platz bieten. Doch die Kosten für das ehrgeizige Projekt sind hoch. 8 Millionen Euro waren bisher veranschlagt. Lediglich rund 1 Million kann der Zoo dabei aus eigener Kraft stemmen hieß es zu Planungsbeginn. Der Zoo hoffte zudem auf EU-Fördergelder, die ungefähr ein Drittel der Kosten tragen sollten. Jetzt wurde bekannt, dass daraus nichts wird. Die Europäische Union wird trotz einiger Nachbesserungen am Konzept das Projekt nicht fördern.

Ein Schock für Zoo-Direktorin Barbara Jantschke, die weiterhin keine Alternative zum Neubau sieht. Nur durch die Haltung von Großtieren wie Elefanten, Löwen und Giraffen könnten ausreichend Besucher in den Tierpark gelockt werden und so die Kosten für Haltung und Personal getragen werden. Schon jetzt sind keine Giraffen mehr in Augsburg zu sehen. Nach einigen traurigen Ereignissen wurde die Haltung vorerst eingestellt. Auch im Afrikapanorama soll ab Herbst gebaut werden um künftig wieder Giraffen beherbergen zu können.  „Die Sache (Anm. die Ablehnung des Förderbescheids) hat aber keine Auswirkungen auf den Umbau am Giraffenhaus.“, so Jantschke gegenüber Presse Augsburg. Bei den Elefanten scheint dies deutlich schwieriger zu sein. Auch eine abgespeckte Variante des Bauvorhabens würde noch 6 Mio. Euro verschlingen. Zuviel für den Zoo, der sich selbst tragen muss. zoo_elefant_banner Zoo Augsburg | Keine EU-Mittel für die Elefantenanlage - Steht der Tierpark vor dem Aus? Freizeit News Zoo Augsburg Elefanten EU Zoo Augsburg | Presse Augsburg

Mit dem Freundeskreis wurde für dieses Vorhaben nun ein Partner gewonnen. Es ist das erste Gemeinschaftsprojekt, bisher hatte der Verein immer in Eigenregie Anlagen finanziert. Zuletzt die Biber- und Otteranlage WasserLeben. Gemeinsam mit dem Zoo sollen in den kommenden drei Jahren mindestens 1,5 Mio Euro an Spenden gesammelt werden, doch auch die Stadt Augsburg als Träger müsste erstmals einen Anteil zur Finanzierung dieser Investition beitragen. Erstmals in der Geschichte des Zoos. Sollte diese ausbleiben, wird das Projekt Elefantenanlage wohl nicht realisierbar sein. Wenn dann die Besucher wegbleiben, wird der Zoo auf Dauer nicht mehr zu halten sein. Trotz der zuletzt 600.000 Besucher im Jahr. Nun ist der Augsburger Stadtrat gefordert.

Ein keines Rechenbeispiel: Für das Theater mit 233.337 Besuchern in der Spielzeit 2015/16 sollen 190 Mio. Euro für die notwendigen Sanierungsarbeiten in die Hand genommen werden. Ob da noch 4-5 Mio. Euro in Teilbeträgen als Unterstützung bei der Rückzahlung eines Darlehens oder als Bürgschaft für den Zoo drin sind?