Zoo Augsburg öffnet heute wieder | Interview mit Kurator Thomas Lipp

Die Türen des Augsburger Zoos sind geschlossen, inzwischen bereits seit sieben Wochen. Wer hinein möchte stand bislang vor den Gittertüren. Auf dem Gelände selbst herrscht bis auf die Geräusche der Tiere eigentlich Stille – die Ruhe vor dem Sturm. Denn am Montag um 9 Uhr ist es endlich wieder so weiter. Der Zoo in Augsburg, darf, genauso wie die anderen bayerischen Tiergärten, am Montag seine Pforten für Besucher wieder öffnen.

Thomas Lipp, der als Kurator im Zoo arbeitet, weiß, wie hart die letzten Wochen waren: „Aber klar, da fehlen uns jetzt die Einnahmen, und die sind doch beträchtlich in den sieben Wochen. Wenn das Wetter jeden Tag einfach derart perfekt war, wir hätten einfach wirklich sehr viele Besucher in den Zoo gebracht“. Umso größer ist die Freude bei allen, dass ab Montagmorgen die Tore wieder öffnen und die Besucher auf das Zoogelände strömen können. Wirklich bei allen? Ja, denn auch die Tiere sind die Besucher gewohnt und nicht alle genießen die Ruhe. „Wie zum Beispiel die Wasserbüffel, bei denen ist es wirklich so, die sind einfach gewohnt, gestreichelt zu werden und da haben sich jetzt auch in der Zeit, in der die Besucher nicht da waren, auch die Tierpfleger mehr Zeit genommen und haben die halt einfach mit extra Streicheleinheiten versehen“, erzählt Lipp.

Maximal 1.000 am Tag plus Jahrenskarteninhaber dürfen im Übrigen das Gelände betreten. Ansonsten sind die Regeln die im Augsburger Zoo dank der Coronakrise gelten relativ einfach. In geschlossenen Räumen, hier haben nur die Toiletten geöffnet, gilt es einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Tierhäuser und die betretbaren Außenanlagen, wie zum Beispiel der Streichelzoo bleiben Gründen des fehlenden Abstands geschlossen. An der frischen Luft ist dies, wie sonst auch im Freien nicht nötig. Jedoch gilt auch hier: „Immer eine Zebralänge (2 M) Abstand halten“, wie ein großes Plakat verkündet. Hier appelliert auch der Kurator an die Vernunft der Besucher und zwar seinen Tierpflegern gegenüber, die aktuell im Zwei-Schicht-System arbeiten, um eine große Ansteckungswelle intern zu verhindern. „Deswegen auch die Bitte von uns, dass die Besucher jetzt nicht permanent auf die Tierpfleger zugehen und vielleicht auch den Abstand halten. Vor dem haben unsere Tierpfleger schon sehr viel Angst, weil sie sich schwertun , einfach zu sagen: „Bitte halten Sie Abstand“. Deswegen bitte auch beim Besuch die Tiere beobachten, aber vielleicht unsere Pfleger dann doch mit Abstand beobachten“, so Thomas Lipp.